Der dunkle Schacht verfehlt nie seine Wirkung. Es ist staubig und kalt, und wenn man sich an die Mauer lehnt, berührt man dieselben Steine wie die Menschen, die hier vor 80 Jahren dicht gedrängt im Dreck lagen. Tausende Hungernde, die nur vier Toiletten zur Verfügung hatten und von denen 1941 schließlich die meisten in Viehwaggons in die deutschen Vernichtungslager transportiert wurden. In den Gängen und Gewölben, in denen früher die Inhaftierten schliefen, verzichtet die Gedenkstätte des Camp des Milles auf Schautafeln und historische Einordnung. Alle Besucher können sich auf eines einigen: Was hier geschah, war falsch. Sie zerstreiten sich bei der Frage, wann das Falsche beginnt. Und wo wir es heute zwischen uns dulden.
Antisemitismus in FrankreichEin Land erschrickt vor sich selbst
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Der Antisemitismus hat in Frankreich nie aufgehört, aber zuletzt drängten sich die schlimmen Nachrichten, und so erschrickt das Land auch ein bisschen vor sich selbst.
Benoit Tessier/ReutersIn Frankreich eskaliert der Hass auf Juden. Eine Reise zu den Ursachen und Folgen des modernen Antisemitismus: von Paris bis in den Süden, nach Aix-en-Provence.
Von Nadia Pantel
