Sydney„Er macht uns alle stolz“: Wie die Familie und Politiker den Helden vom Bondi Beach feiern

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Der Premier von New South Wales, Chris Minns, besucht Ahmed al Ahmed im Krankenhaus.
Der Premier von New South Wales, Chris Minns, besucht Ahmed al Ahmed im Krankenhaus. (Foto: @ChrisMinnsMP via X/@ChrisMinnsMP via X via REUTER)

Ein Passant überwältigt und entwaffnet einen der Attentäter vom Bondi Beach und rettet damit womöglich viele Menschenleben. Das Video geht viral – und die Familie ist voller Stolz.

Das mutige Eingreifen eines Passanten bei dem Terroranschlag auf eine Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka in Sydney hat womöglich vielen Menschen das Leben gerettet. Der Mann überwältigte und entwaffnete einen der Angreifer, die am Sonntag am Bondi Beach mehrere Menschen erschossen. Auf in sozialen Medien verbreiteten Videos ist zu sehen, wie er einen der Schützen von hinten zu Boden stößt und ihm das Gewehr entreißt. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit des Videos bestätigen.

Bei dem Mann handelt es sich unter anderem einem Bericht der britischen BBC zufolge um einen 43-jährigen Mann namens Ahmed al Ahmed. Der zweifache Vater betreibt einen Obststand. Ahmed al Ahmed trug laut dem Bericht jeweils eine Schussverletzung an der Hand und am Arm davon. Er wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Nach Angaben seines Vaters lebt Ahmed seit 2006 in Australien und sei australischer Staatsbürger. Geboren wurde er in Syrien. Laut dem Sender ABC hat er zwei Töchter, drei und sechs Jahre alt. Eine Spendenaktion zugunsten des Mannes brachte bis zum Montagnachmittag mehr als 1,4 Millionen Dollar ein.

Von hinten hat Ahmed al Ahmed den Angreifer überwältigt und ihm die Schusswaffe abgenommen.
Von hinten hat Ahmed al Ahmed den Angreifer überwältigt und ihm die Schusswaffe abgenommen. (Foto: https://x.com/georgia_bm_)

Er habe aus „reinem Gewissen und Menschlichkeit“ gehandelt, sagte sein Vater der BBC News Arabic. Sein Sohn sei zufällig in der Nähe gewesen, um mit einem Freund Kaffee zu trinken. Als er die Szenerie sah, habe er beschlossen zu handeln. Ahmed unterscheide nicht zwischen verschiedenen Nationalitäten, so die Eltern bei ABC News. Ein Onkel in Syrien äußerte sich bei der BBC: „Er macht uns alle stolz, unser Dorf, Syrien, alle Muslime und die ganze Welt“, sagte Mohamed Ahmed al Ahmed.

Politiker würdigten die außergewöhnliche Tapferkeit des Mannes, der sein eigenes Leben riskiert habe, um das anderer zu retten. US-Präsident Trump drückte „großen Respekt“ für Ahmed al Ahmed und seine Tat aus. Der Regierungschef des Bundesstaates New South Wales, Chris Minns, bezeichnete die Entwaffnung des Schützen als „die unglaublichste Szene, die ich je gesehen habe“. „Dieser Mann ist ein wahrer Held, und ich habe keinen Zweifel, dass heute Abend viele, viele Menschen dank seiner Tapferkeit noch am Leben sind“, sagte Minns.

In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich die Aufnahmen rasch. Zahlreiche Nutzer priesen den Mut des Mannes. „Dieser australische Mann hat unzählige Leben gerettet, indem er einem der Terroristen am Bondi Beach die Waffe abnahm. HELD“, schrieb ein Nutzer.

© SZ/Reuters/dpa/bica/VFS - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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Ziel der Attacke war eine Chanukka-Feier an dem weltweit bekannten Strand Bondi Beach. Der Vater wird erschossen, der Sohn schwer verletzt. Noch immer liegen Dutzende Menschen im Krankenhaus. Als Reaktion auf die Tat diskutiert Australien über strengere Waffengesetze.

Von Julia Daniel, Linus Freymark und Philipp Saul

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