Anschlag am Parlament:May trifft Notfallkomitee Cobra

Die Gegend um Westminster gilt als die am besten gesicherte des Landes. Neben den uniformierten Beamten sind dort viele Polizisten in Zivil unterwegs. Zwei dieser Zivilbeamten forderten den Angreifer auf, sich zu ergeben. Als er sie ignorierte, eröffneten sie das Feuer, Zeugen hörten zwei oder drei Schüsse. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er am Abend seinen Verletzungen erlag.

Der stellvertretende Chef von Scotland Yard, Mark Rowley, sagte in der Nacht zum Donnerstag, dass man von einer islamistisch motivierten Attacke ausgehe. Die Ermittler seien überzeugt, die Identität des Täters zu kennen, wollen sie zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht öffentlich machen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Die Polizei forderte die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf und bat, die Gegend um Westminster weiter zu meiden. Erste Notrufe waren um 14.40 Uhr Ortszeit eingegangen. Darin wurde von dem Amokfahrer auf der Westminster Bridge, der Messerattacke und von einer Frau berichtet, die in die Themse sprang, um nicht überfahren zu werden. Sie wurde mit ernsten Verletzungen geborgen.

"Morgen früh wird das Parlament zusammentreten, wie immer"

Rund um den Tatort kam am Abend alles zum Stillstand. Innerhalb von Minuten wurde das Gelände abgesperrt, selbst das Riesenrad an der Themse wurde angehalten, obwohl noch Menschen in den Gondeln waren. Londons Bürgermeister Sadiq Khan dankte den Einsatzkräften für ihr rasches Eingreifen. Die Abgeordneten, ihre Mitarbeiter und Besucher konnten das von Sicherheitskräften abgeriegelte Parlamentsgebäude bis fast 20 Uhr nicht verlassen.

Premierministerin May, die im Parlament weilte, war bereits wenige Minuten nach dem Anschlag von einer Eskorte in Sicherheit gebracht worden. Die Menschen in Großbritannien würden dem Terror jedoch niemals nachgeben, sagte sie später in ihrem abendlichen Statement. Das Leben werde wie gewohnt weitergehen und auch in Westminster wolle man schnellstmöglich zur Normalität zurückkehren: "Morgen früh wird das Parlament zusammentreten, wie immer."

Das schottische Regionalparlament, das am Mittwoch über ein neues Unabhängigkeitsreferendum abstimmen wollte, brach seine Debatte ab. Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon sagte, die Gedanken der Schotten seien bei den Opfern von Westminster.

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