Angriffe auf Stützpunkte Knapp 100 Tote bei Feuergefechten in Thailand

Die Kämpfe im Süden zwischen muslimischen Rebellen und Regierungstruppen seien am frühen Morgen ausgebrochen, berichtete die Polizei. Unter den Toten sollen 93 Aufständische und 5 Soldaten sein.

Nach ersten Berichten hatten die Aufständischen zeitgleich zehn Polizeikontrollpunkte und andere staatliche Einrichtungen in den Südprovinzen Pattani, Yala und Songkhla angriffen. Unter den Toten sind viele muslimische Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren.

Anriff mit Buschmessern: Viele der getöteten Muslime waren Jugendliche.

(Foto: Foto: ap)

Um die Korsae-Moschee in der Provinz Pattani dauerten die schweren Kämpfe noch an. Dort sollen sich noch mindestens zehn Rebellen verschanzt haben. Die im Bau befindliche Moschee gilt als Hochburg radikaler muslimischer Separatisten in den südlichen Provinzen.

Ein Polizeisprecher sagte, die Behörden hätten bereits seit Tagen Hinweise auf bevorstehende Attacken gehabt und seien deshalb gut vorbereitet gewesen. Viele der Rebellen seien auch lediglich mit Buschmessern bewaffnet gewesen.

Der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra nannte die Angreifer "Banditen", die nur darauf aus gewesen seien, Waffen zu stehlen. Das Ganze habe nichts mit dem internationalen Terrorismus zu tun.

Muslime beklagen wirtschaftliche und kulturelle Diskriminierung

90 Prozent der Bevölkerung in Thailand sind Buddhisten und 5 Prozent sind Muslime, die vor allem im Süden des Landes leben. Sie sehen sich dort schon seit langem in Bildung und Arbeitsmarkt benachteiligt.

Zudem beklagt die muslimische Bevölkerung, ihre Kultur und Sprache würden diskriminiert. Als Beispiel werden die staatlichen Schulen genannt, in denen auf Thai unterrichtet wird. Die Muslime sprechen zumeist Yawi, einen malaysischen Dialekt.

Der Konflikt dauert bereits seit Jahrzehnten an. Nach einer Amnestie Ende der 80er Jahre beruhigte sich die Lage. In diesem Jahr wurden bei neuen Unruhen unter anderem 21 Schulen in Brand gesteckt.