SZ am Morgen Nachrichten des Tages – die Übersicht für Eilige

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Wer folgt? Wer nach Markus Söder CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident wird, ist noch unklar.
Wer folgt? Wer nach Markus Söder CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident wird, ist noch unklar. Foto: Peter Kneffel/dpa

SZ am Morgen.

Von Nicolas Richter

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Die Deutschen hadern immer ein wenig mit ihrer Heimat, jedenfalls halten sie ihre Heimat oft für verbesserungsbedürftig. Dementsprechend genehmigte sich die schwarz-rote Koalition zu Beginn ihrer Amtszeit gleich mal ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen, um die Infrastruktur zu verbessern. Damals schrieb mir ein südamerikanischer Freund: „Ihr habt doch schon die beste Infrastruktur der Welt. Wozu gebt Ihr nochmal 500 Milliarden aus?“

Ein gutes Jahr später stellt sich heraus, dass das große Sanierungsprogramm nicht so schnell in Gang kommt wie geplant. Wie Claus Hulverscheidt und Vivien Timmler aus der SZ-Parlamentsredaktion berichten, hängt dies unter anderem mit den Komplexitäten des Föderalismus zusammen, einer liebenswerten bundesdeutschen Spezialität. Im Ausland dürfte man sich denken: Eure Sorgen hätten wir wirklich gerne.

In Bayern hadert man derweil zwar nicht mit der Heimat im Allgemeinen, aber stellenweise mit dem Landesvater im Speziellen, was aber vielleicht auch dasselbe ist. Seit der CSU-Europapolitiker Manfred Weber in einem „Pfingstbrief“ neue Ideen und Persönlichkeiten für den Freistaat verlangt hat, wird CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder mehr oder weniger dezent hinterfragt. Mehrere SZ-Reporter haben in einer Umfrage zusammengetragen, was Menschen an der Basis von Söder halten.

Manche hadern derweil so sehr mit ihrem Lebensmittelpunkt, dass sie lieber erstmal wegziehen. So etwa Peter Thiel, der umstrittene Tech-Milliardär, der die USA offenbar verlassen hat. Jedenfalls hat er sich mindestens temporär in Argentinien niedergelassen, wo der mit ihm seelenverwandte Anarchokapitalist Javier Milei Präsident ist. Von US-Präsident Donald Trump hingegen ist Thiel enttäuscht, wie SZ-Korrespondentin Ann-Kathrin Nezik berichtet.

Wie wohl man sich in der Heimat fühlt, mag zuweilen auch mit den Leistungen der jeweiligen Regierung zu tun haben. Nicht jeder kann es sich aber leisten, je nach politischer Wetterlage umzuziehen.

Was heute wichtig ist

Heftige russische Luftangriffe auf Kiew. Russland hat die ukrainische Hauptstadt in der Nacht massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen, mindestens ein Mensch wurde nach Behördenangeben getötet. In der Stadt Dnipro wurden mindestens vier Menschen getötet. In Kiew stürzte laut Bürgermeister Vitali Klitschko ein mehrstöckiges Wohnhaus ein. Zum Liveblog zum Krieg in der Ukraine

  • Wo die Front verläuft – Tag 1559

Trump spricht von Einigung „nächste Woche“ – Iran bricht wohl Gespräche ab. Aus Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung – im Gegenteil. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim seien die Friedensverhandlungen wegen der anhaltenden israelischen Angriffe in Libanon abgebrochen worden. Trump widerspricht, die Gespräche würden „in zügigem Tempo fortgesetzt“. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost

EU setzt abgelehnte Asylbewerber massiv unter Druck. Europaparlament und Regierungen verschärfen die Abschieberegeln. Sogar Lager außerhalb Europas werden möglich. Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) hat bereits angekündigt, nach geeigneten Ländern zu suchen. Dem Kompromiss muss der Rat der Mitgliedsländer und das Plenum des Europaparlaments zustimmen. Zum Artikel

Gerüchte um Kanzlertausch: Wüst und Merz zelebrieren Einigkeit. Beim Parteitreffen in Meschede lobt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident den Kanzler. Und der Kanzler lobt die Regierung Wüst. Wüst nennt die Personalspekulationen zum wiederholten Male „Quatsch“. Doch in der CDU rumort es weiter. Zum Artikel

Wie Epstein jahrzehntelang Mädchen und Frauen missbrauchen konnte. Zwei europäische Modelagenten haben dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geholfen, an seine Opfer zu kommen. Recherchen von SZ, NDR und WDR zeigen, dass er gezielt die Modeindustrie für seinen Missbrauchsring nutzte. Hier kommen seine Opfer zu Wort. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

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Dossier Digitalwende: Robotaxi-Tests in München starten diese Woche. München wird zum Testfeld für das Robotaxi-Projekt von Uber und Autobrains: Die ersten Fahrzeuge sollen noch diese Woche mit Sicherheitsfahrern und ausgewählten Testpersonen unterwegs sein. Ab 2027 planen die Unternehmen einen regulären autonomen Betrieb. Auch wichtig: Was Berlin beim AI Security Institute von London lernen kann. Zum Briefing

Dossier Geoökonomie: Erstmals wollen asiatische und europäische Länder gemeinsam Unterseekabel schützen. Eine gemeinsame Initiative aus Europa und Asien soll das Nervengeflecht der globalen Wirtschaft schützen: Beim Shangri-La-Dialog in Singapur haben 17 Staaten beschlossen, Unterseekabel gemeinsam zu sichern. Die Datenverbindungen waren zuletzt weltweit Ziel von Angriffen. China aber ist nicht dabei, immerhin einer der global wichtigsten Kabelbetreiber. Zum Briefing

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