Rechtsextremismus Alle zweieinhalb Tage ein Angriff auf ein Asylbewerberheim

Proteste in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Freital. (Archivbild)

(Foto: Oliver Killig/dpa)

Laut Bundeskriminalamt hat sich 2018 die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings mehr als halbiert. Die allermeisten Fälle haben einen rechtsradikalen Hintergrund.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat sich die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbiert. Zwischen Januar und September zählten die Behörden 110 Straftaten gegen Asylunterkünfte, wie das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage der Neuen Osnabrücker Zeitung mitteilte. Das waren weniger als halb so viele (44 Prozent) wie im Vorjahreszeitraum. Während 2017 pro Quartal im Schnitt 80 Straftaten verzeichnet wurden, seien es 2018 lediglich 36 gewesen. Damit wurde aber immer noch im Schnitt alle zweieinhalb Tage ein Angriff auf ein Asylbewerberheim verübt.

Dem BKA zufolge 108 von 110 Taten einen rechtsradikalen Hintergrund. In den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung (38), Schmierereien und Propaganda (36), sowie vereinzelt um Gewaltdelikte und Volksverhetzung. Die Zahl ist dem Bericht zufolge noch vorläufig, in der Regel gibt es eine Reihe von Nachmeldungen. Im gesamten Jahr 2017 hatten die Behörden 312 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert. 2016 waren es bundesweit 995 und 2015 sogar 1031.

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