Angriff auf Inder in Mügeln Fremdenfeindlich ja, Hetzjagd nein

Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Angriff auf acht Inder in Mügeln keine Hetzjagd. Das Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung wurde auf zwölf Männer ausgeweitet.

Nach der Vernehmung von 125 Zeugen bewertet die Staatsanwaltschaft Leipzig den Angriff auf acht Inder im sächsischen Mügeln unter juristischen Gesichtpunkten nicht als Hetzjagd. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass vom Festzelt des Stadtfests bis zur schräg gegenüberliegenden Pizzeria eine solche Jagd stattgefunden habe, teilte die Behörde am Freitag mit.

In der Pizzeria "Picobello" suchten die Inder Zuflucht.

(Foto: Foto: dpa)

Auch Anhaltspunkte, dass "die Ereignisse insgesamt auf einem geplanten und organisierten rechtsextremistischen Hintergrund beruhten, haben sich nicht ergeben". Allerdings sei es vor der Pizzeria zu "eindeutig fremdenfeindlichen Äußerungen Einzelner" aus einer Menschenmenge heraus gekommen.

Das in Leipzig laufende Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung wurde derweil auf zwölf Männer ausgeweitet.

Dabei handelt es sich um aus Mügeln und Umgebung stammende Verdächtige im Alter von 17 bis 35 Jahren. Von diesen sei nach dem bisherigen Erkenntnisstand keiner wegen rechtsextremistischer Straftaten vorbestraft. Die Suche nach weiteren Verdächtigen werde mit Hochdruck fortgeführt.

In der Nacht zum 19. August hatte am Rande des Mügelner Stadtfests ein Gruppe von fünfzig Deutschen acht Inder angegriffen und verprügelt. Auslöser waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft vorrangig verbale Streitereien zwischen einzelnen betrunkenen Deutschen und Indern im Festzelt. Einige Besucher hätten sich dort von den Indern auf der dichtgedrängten Tanzfläche gestört und provoziert gefühlt.

Nach Aufforderung hätten die Inder das Zelt verlassen. Warum es im Anschluss dann zu den Übergriffen gekommen ist, steht noch immer nicht fest. Einige der Inder hätten abgeschlagene Flaschen benutzt. Unklar sei aber noch, ob sie dies in Notwehr taten.