Angriff auf Gasfeld Dschihadisten töten in Syrien 90 Menschen

Aktivisten berichten von Massenexekutionen: Bei der Eroberung eines syrischen Gasfelds sollen IS-Kämpfer mindestens 90 Menschen getötet haben. Die Vereinten Nationen erheben schwere Vorwürfe gegen die Terrorgruppe: Tötungen, Exekutionen und Entführungen seien an der Tagesordnung.

  • In Syrien sollen Kämpfer der Organisation Islamischer Staat bei der Eroberung eines Gasfeldes mindestens 90 Menschen geötet haben.
  • Die UN stellen einen Bericht zu schweren Menschenrechtsverstößen im Irak vor. Sowohl die IS-Kämpfer als auch die irakische Armee sollen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben

IS-Kämpfer töten 90 Menschen bei Eroberung von syrischem Gasfeld

Bei der Eroberung eines syrischen Gaslfeldes haben Dschihadisten der Gruppe Islamischer Staat nach Angaben von Aktivisten mindestens 90 Menschen getötet. Bei den Opfern handele es sich um regierungstreue Milizionäre, zivile Sicherheitsleute und Mitarbeiter der Ölanlagen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Eroberung des Schaar-Feldes sei "der größte Anti-Regime-Einsatz" der radikalsunnitischen Organisation, seit diese im vergangenen Jahr in den syrischen Bürgerkrieg eingriff.

In Videos, die offenbar von den Extremisten aufgenommen und auf das Portal Youtube gestellt wurden, waren Dutzende Leichen zu sehen. Viele von ihnen waren verstümmelt. Ein Video zeigte einen Islamisten, der vor Leichen posierte und überwiegend auf Deutsch durchmischt mit arabischen Ausdrücken redet.

Die in Großbritannien ansässige oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netzwerk an Ärzten und Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben konnten jedoch zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Der Islamische Staat hat nach der Eroberung großer Gebiete im Irak und in Syrien im vergangenen Monat ein "Kalifat" ausgerufen. Anwohner und Aktivisten berichteten von zahlreichen grausamen Verbrechen bis hin zu Kreuzigungen, mit denen die Islamisten unter ihren Gegnern Angst und Schrecken verbreiten.

UN werfen IS-Kämpfern und Iraks Armee Kriegsverbrechen vor

Die Vereinten Nationen haben gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), die sich ehemals Isis genannt hat, aber auch der irakischen Armee schwere Menschenrechtsverletzungen erhoben. Aus dem Irak träfen jeden Tag schreckliche Berichte über Menschenrechtsverstöße gegen Kinder, Frauen und Männer ein, sagte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Vor allem Kinder seien unverhältnismäßig von dem Konflikt betroffen, heißt es in einem Bericht der UN-Mission im Irak (Unami) und des UN-Menschenrechtskommissariats. So gebe es glaubhafte Informationen über Zwangsrekrutierungen von Kindern als Soldaten.

Die IS-Verstöße könnten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommen, so der Bericht. IS-Einheiten und ihre Verbündeten hätten systematisch Zivilisten angegriffen und dabei die Absicht verfolgt, möglichst viele von ihnen zu töten oder zu verletzen. Zu den Menschenrechtsverletzungen gehörten Tötungen, Exekutionen und Entführungen. Sie richteten sich gegen Zivilisten, Soldaten, Politiker und Geistliche. Schwere Verbrechen wurden laut UN zudem gegen ethnische und religiöse Minderheiten verübt.

Der Bericht führt gleichzeitig Menschenrechtsverletzungen der irakischen Armee auf. Dazu gehörten standrechtliche Tötungen von Gefangenen, die ebenfalls Kriegsverbrechen gleichkommen könnten, heißt es. Es gebe Zweifel, dass das Militär und seine Verbündeten die notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten unternähmen.

Auch Amnesty International übt scharfe Kritik an IS und irakischer Armee

Auch die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International (AI) und Human Rights Watch hatten der Terrorgruppe IS und der irakischen Armee Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Extremisten gingen mit rücksichtsloser Gewalt gegen Gegner und Andersgläubige vor, so Amnesty. Der Armee warf die Organisation wahllose Angriffe mit Artillerie und aus der Luft vor, denen Zivilisten zum Opfer fielen.