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Angela Merkel bei Donald Trump:Besorgniserregende Signale

Merkel wird auch wissen wollen, wie sich Trump seinen angekündigten Kampf gegen den Islamischen Staat vorstellt. Ein überstürztes militärisches Engagement der Amerikaner könnte unter Umständen zu einer massiven Verschärfung der Flüchtlingsfrage führen.

Im Welthandel sind die jüngsten Signale aus den USA aus Merkels Sicht besorgniserregend. Das ausverhandelte Pazifische Freihandelsabkommen TPP hat Trump mit Amtsantritt in die Tonne getreten. Dem Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU könnte es ähnlich ergehen.

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Merkel mag da noch Hoffnung haben, weil es bislang keine endgültige Absage an TTIP gibt. Aber Trump hat mit Robert Lighthizer einen Gegner des Freihandels für den Job des Handelsbeauftragten nominiert. Der "blinde Glaube an den freien Handel", den manche Republikaner zeigten, sei mehr "eine Verirrung denn ein Qualitätssiegel für wahren amerikanischen Konservatismus", schrieb Lighthizer 2011 in der konservativen Washington Times.

Trump scheint lieber auf zwischenstaatliche Lösungen zu setzen - oder was er für Lösungen hält. China etwa droht er mit einem Handelskrieg. Dabei kann sich den gerade die amerikanische Wirtschaft kaum leisten.

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Merkel wird an diesem Freitag ausloten müssen, ob und auf welchen Ebenen es mit Trump eine Gesprächsgrundlage geben kann. Trump soll ja im persönlichen Aufeinandertreffen so charmant und zuvorkommend wie gleichzeitig unverbindlich sein. Merkel ist hingegen nicht bekannt dafür, sich von Schmeicheleien beeindrucken zu lassen. Sie ist Pragmatikerin: Hier ein Problem, da die Lösung.

Ob das eine gute Voraussetzung dafür ist, das ziemlich vereiste Verhältnis auftauen zu lassen? Das wird sich erst nach diesem Freitag beantworten lassen. Vom Ausgang der Gespräche hängt ab, ob und wie sich die deutsch-amerikanischen und die europäisch-amerikanischen Beziehungen in den kommenden Jahren entwickeln werden.

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