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Angebliche Heiligen-Schändung in Syrien:Iran droht syrischen Rebellen

Syrische Rebellen sollen das Grab eines muslimischen Heiligen geschändet haben, jetzt droht Irans Führung mit Konsequenzen. Aus Furcht vor Gewalt fliehen Tausende sunnitische Familien aus der Küstenstadt Banias. Obama sieht dennoch keinen Grund, in Syrien einzugreifen.

Drohgebärden aus Teheran: Iran droht syrischen "Militanten" wegen der Zerstörung eines als Heiligtum verehrten Mausoleums bei Damaskus mit Konsequenzen. Die Täter hätten die Überreste des Muslimführers Hadschr ibn Adi, ein Zeitgenosse Mohammeds, zu einem unbekannten Ort verschleppt, berichteten iranische Medien.

Syrische Staatsmedien hatten zuvor unter Berufung auf muslimische Prediger berichtet, dass "Terroristen" den Schrein in Adra zerstört hätten. Hinter der Grabschändung stünden "Elemente des israelischen Regimes", erklärte die iranische Führung dem Bericht zufolge.

Aus Angst vor Gewalt sind Berichten zufolge Tausende sunnitische Familien aus der Küstenstadt Banias geflohen. Wie al-Dschasira unter Berufung auf oppositionelle Gruppen meldete, sollen Assad-treue Kämpfer in der Nacht zu Samstag Dutzende Zivilisten getötet haben. Nach Angaben von Aktivisten wurden die Leichen von mehr als 60 ermordeten Zivilisten gefunden, darunter 14 Kinder.

Israel greift Waffenlieferung an

Das Waffenarsenal des Regimes von Präsident Baschar al-Assad bereitet Israel und dem Westen zunehmend Sorgen. Nach Medienberichten hat die israelische Luftwaffe nun erneut Ziele in dem Nachbarland angegriffen. So sei eine Ladung hochmoderner Raketen bombardiert worden, hieß es unter Berufung auf Regierungsvertreter in Israel. Es habe sich um Waffen für die israelfeindliche Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon gehandelt.

Der Fernsehsender der Hisbollah, al-Manar, zitierte einen Sprecher des syrischen Informationsministers: Er habe keine Informationen über eine solche Attacke auf syrisches Territorium, betonte er demnach und fügte hinzu, solche Berichte gehörten zur "psychologischen Kriegsführung" in Vorbereitung auf einen tatsächlichen Angriff auf Syrien.

Obama will keine "amerikanischen Stiefel" in Syrien

Die Regierung in Jerusalem will verhindern, dass chemische Kampfstoffe und moderne Raketen in die Hände der Hisbollah fallen, die nach Angaben der syrischen Rebellen verstärkt auf Seiten von Assad in den syrischen Bürgerkrieg eingreift.

US-Präsident Barack Obama lehnte trotz der Hinweise auf einen Chemiewaffeneinsatz die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien zuletzt ab. Er sehe derzeit nicht, dass "amerikanische Stiefel auf syrischem Boden nicht nur gut für Amerika, sondern auch gut für Syrien wären", sagte er am Freitag in Costa Rica. Sollten die syrischen Streitkräfte systematisch Chemiewaffen einsetzen, würde dies jedoch alles ändern.