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Amtliches Endergebnis:Grüne bleiben in Hessen zweitstärkste Kraft

  • Nach der Landtagswahl in Hessen haben die wegen einiger Pannen notwendig gewordenen Nachzählungen keine wesentlichen Veränderungen am Ergebnis gebracht.
  • Die Sitzverteilung bleibt gleich, ebenso wie die Rangfolge der Parteien: CDU vor Grünen vor SPD.
  • Damit kann Schwarz-Grün mit einer knappen Mehrheit weiterregieren.

Knapp drei Wochen nach der Landtagswahl in Hessen hat die Wahlleitung das Ergebnis im Grundsatz bestätigt. An der Sitzverteilung, nach der die amtierende schwarz-grüne Koalition eine knappe Mehrheit von einem Mandat hat, ändert sich laut dem am Freitag in Wiesbaden festgestellten amtlichen Endergebnis nichts. Auch bleiben die Grünen nach den Nachzählungen mit knappem Vorsprung auf dem zweiten Platz hinter der CDU und vor der SPD.

Der grüne Vorsprung hat sich allerdings verringert. In den Wochen nach der Wahl war von einem Unterschied von 94 Stimmen zwischen Grünen und SPD ausgegangen worden. Das amtliche Endergebnis besagt nun, dass die Grünen sogar lediglich 66 Stimmen vor den Sozialdemokraten liegen.

Nach dem vorläufigen Endergebnis war die CDU auf 27,0 Prozent (minus 11,3 Prozentpunkte) gekommen. Die Grünen erreichten 19,8 Prozent (plus 8,7). Die SPD landete ebenfalls bei 19,8 Prozent (minus 10,9). Die AfD holte 13,1 Prozent (plus 9,0) und zog erstmals in den Hessischen Landtag ein. Die FDP erzielte 7,5 Prozent (plus 2,5) und die Linke 6,3 Prozent (plus 1,1).

FDP will keine Ampel unter Grünen-Führung

Im neuen Landtag hat die CDU nach dem vorläufigen wie nach dem endgültigen Ergebnis 40 Sitze, die Grünen kommen auf 29 Parlamentarier. Die SPD stellt ebenfalls 29 Abgeordnete. Die AfD kommt auf 19 Mandate, die FDP stellt elf und die Linke neun Parlamentarier. Insgesamt 137 Abgeordnete sitzen im Landtag.

Damit zerschlagen sich die Hoffnungen der SPD, im Rahmen einer Ampel-Koalition doch noch die Macht in Hessen zu übernehmen. Rechnerisch sind zwar sowohl eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als auch eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP oder ein schwarz-rotes Bündnis möglich. Die FDP hat eine Ampel unter Führung der Grünen allerdings ausgeschossen. Auch Schwarz-Rot gilt als unwahrscheinlich.

Weil es bei der Auszählung der Stimmen etliche Pannen gab, galt eine Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse als nicht ausgeschlossen. Diese trat jedoch nun nicht ein.

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SZ.de/dpa/mane/bepe
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