Amri und seine HelferDas Raunen des Horst Seehofer 

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt liegt 26 Monate zurück. Ein Fall der Strafvereitelung?

Von Heribert Prantl

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Im Fall Amri reiht sich Fehler an Fehler. Das war vor dem Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin so. Das setzte sich nach dem Attentat fort. Und das geht so bis zum heutigen Tag. Man hat den Eindruck, dass im Sicherheitsapparat die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Offenbar sollen im Hin und Her von Landes- und Bundesbehörden Verantwortlichkeiten zerrieben werden.

Horst Seehofer war seinerzeit, als der Anschlag geschah, noch nicht Bundesinnenminister. Aber sein Verhalten heute ist sonderbar. In der Causa Bilel Ben A. gibt er das ahnungslose Gretchen. Bilel Ben A. war ein Vertrauter des Attentäters Amri. Es gibt Hinweise, dass er am Attentat beteiligt war. Er wurde abgeschoben. Sollte er vor Strafverfolgung geschützt werden, weil er ein Informant des marokkanischen Geheimdienstes war? Wer hat die Abschiebung angeordnet? Warum wurde sie angeordnet? Was wurde getan, um Beweise zu sichern? Seehofer sagt nichts, er raunt nur.

Die Zeit des Raunens ist vorbei; es ist die Zeit der Aufklärung. Der Anschlag liegt mehr als 26 Monate zurück. Und es reicht heute nicht, einfach zu sagen, der Terrorhelfer sei Gefährder gewesen, habe deshalb abgeschoben werden müssen. Das ist unglaubwürdig. Es geht um Strafvereitelung. Dem Vorwurf entgeht man nicht mit Gelaber.

© SZ vom 01.03.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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