Süddeutsche Zeitung

Amazon:Handeln statt spenden

Jeff Bezos sorgt sich ums Klima. Bei Amazon gäb es viel zu tun.

Zehn Milliarden Dollar - die Summe ist riesig, sogar nach den Maßstäben von Jeff Bezos. Und der Mann ist der reichste der Welt, geschätztes Vermögen: mehr als 130 Milliarden Dollar. Nun also will er, der Gründer und Chef des Handels- und Datenkonzerns Amazon, diese zehn Milliarden geben, um gegen den Klimawandel zu kämpfen. Von Sommer an soll das Geld Wissenschaftler, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen fördern - "jede Anstrengung, die eine reelle Möglichkeit bietet, die Umwelt zu erhalten und zu schützen", wie Bezos schreibt.

Nur über sein Unternehmen, seine Verantwortung für den Klimawandel, schweigt der Milliardär. Dabei betreibt Amazon Dutzende Frachtflugzeuge, ungezählte Lkw; in den Warenhäusern werden täglich neuwertige Retouren weggeworfen; riesige Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Strom. Da gäbe es viel zu tun für einen, der sich ernstlich um den Planeten und die Menschen sorgt.

Sicher, auch Amazon soll klimaneutral werden - aber erst bis 2040. Damit ist der Konzern kaum ambitionierter als die EU. Anders als in Europa hat bei Amazon aber nur einer das Sagen: Jeff Bezos. Er hätte Macht und Mittel für schnelle, konkrete Verbesserungen. Die brächten vielleicht weniger Publicity und mehr Ärger mit den Aktionären. Aber den wäre es wert, für den Planeten.

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Quelle:
SZ vom 19.02.2020
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