Right Livelihood AwardAlternativer Nobelpreis für Aktivisten aus Asien und Afrika

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Audrey Tang aus Taiwan wurde mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet.
Audrey Tang aus Taiwan wurde mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. (Foto: Yoshio Tsunoda/IMAGO/AFLO)

Der Preis wird seit 1980 an Menschen vergeben, die sich in besonderer Weise für Klima- und Umweltschutz, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr an Initiativen aus Ozeanien, Sudan, Myanmar und Taiwan. Das gab die Right-Livelihood-Stiftung, die die Preise verleiht, am Freitag in Stockholm bekannt. Sie ehrt 2025 die Organisation „Pacific Islands Students Fighting Climate Change“ aus Ozeanien zusammen mit dem Menschenrechtsanwalt Julian Aguon aus Guam, die Gruppe „Justice for Myanmar“, die sudanesischen Komitees zur Nachbarschaftshilfe „Emergency Response Rooms“ und Audrey Tang, die Digitalbotschafterin Taiwans.

Die „Studenten der pazifischen Inseln gegen den Klimawandel“ (PISCFF) erhalten den Preis zusammen mit Julian Aguon, weil sie erfolgreich das Thema Klimagerechtigkeit vor den Internationalen Gerichtshof (IGH) gebracht haben, um Staaten rechtlich zum Klimaschutz zu verpflichten. Die 2019 von 27 Jurastudentinnen und -studenten in Vanuatu gegründete Organisation wurde bei der Klage von Aguons Kanzlei unterstützt.

Das ebenfalls 2019 gegründete Kollektiv „Justice for Myanmar“ ehrt die Stiftung für Recherchen zur finanziellen Unterstützung der Militärjunta in Myanmar aus dem Ausland, unter anderem aus Singapur und China. Ausgezeichnet wird auch das Netzwerk von Nothilfekomitees im sudanesischen Krieg, die „Emergency Response Rooms“ (ERS). Die Freiwilligen betreiben mit sehr geringen Mitteln unter anderem Suppenküchen und medizinische Hilfe und begeben sich damit selbst in Gefahr.

Die non-binäre Person Audrey Tang aus Taiwan wird für die Nutzung von Technologie und künstlicher Intelligenz für das Gemeinwohl ausgezeichnet. Tang leitete bis 2024 das Digitalministerium des Inselstaates und ist aktuell digitale Botschafterin Taiwans. Sie stellt digitale Plattformen zur Verfügung, die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, Transparenz in staatlichen Behörden zu schaffen und die demokratische Entscheidungsfindung zu verbessern.

Der oft als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Preis wird seit 1980 an mutige Vorkämpfer für Klima- und Umweltschutz, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden vergeben. In der Regel werden mehrere Persönlichkeiten und Organisationen zugleich ausgezeichnet. Er ist in diesem Jahr mit jeweils 800 000 Schwedischen Kronen (circa 72 700 Euro) dotiert. Zur Auswahl standen diesmal 159 Nominierte aus 67 Ländern. Die Auszeichnung wurde 1980 von dem deutsch-schwedischen Philatelisten und Publizisten Jakob von Uexküll ins Leben gerufen und wird durch Spenden finanziert.

Der Right Livelihood Award steht in kritischer Distanz zu den eigentlichen Nobelpreisen, deren Preisträgerinnen und -träger von Montag an in Stockholm und Oslo verkündet werden. Vergangenes Jahr ging die Ehrung der Right-Livelihood-Stiftung an die indigene Aktivistin Joan Carling von den Philippinen, den palästinensischen Menschenrechtsaktivisten Issa Amro und die von ihm gegründete Aktivistengruppe Youth Against Settlements, die Umweltaktivistin Anabela Lemos und ihre Organisation „Justiça Ambiental“ aus Mosambik sowie das britische Forschungsprojekt Forensic Architecture.

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