Alternative für Deutschland:Diese Köpfe haben in der AfD das Sagen

Parteichefs, Stellvertreter und andere Mächtige: Eine Übersicht über das Führungspersonal der rechtspopulistischen AfD.

Von Barbara Galaktionow und Oliver Das Gupta

Frauke Petry

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(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Im vergangenen Sommer lief es gut für Frauke Petry. Im Machtkampf kegelte sie Parteigründer Bernd Lucke aus dem Vorsitz. Nun ist ihre Position gefährdet: Der völkisch-rechte Rand der Partei, personalisiert durch Thüringens Landeschef Björn Höcke, setzt jetzt auch sie unter Druck. Wofür sie selbst politisch steht, bleibt oft etwas unklar. Zudem ist die promovierte Chemikerin und Mutter von vier Kindern in der Führungsriege der AfD isoliert. Ihr werden mangelnde Absprachen vorgeworfen (beispielsweise bei dem Eklat um ihre Forderung, an Grenzen auf Flüchtlinge zu schießen). Auch ihre noch junge Beziehung zu dem nordhrein-westfälischen Landesvorsitzenden Marcus Pretzell wird unter diesen Gesichtspunkten eher kritisch beäugt, eine Home Story der Bunten über das Paar machte es nicht besser. Der Parteitag könnten ihre Gegner zur Kraftprobe nutzen.

Björn Höcke

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(Foto: dpa)

Obwohl Höcke kein Amt in der Parteiführung hat, ist er in der AfD einflussreich. Er gilt als Galionsfigur des Rechtsaußen-Flügels der Partei. Thüringens AfD-Fraktionschef fällt immer wieder durch rassistische Aussagen auf. Die Frage, wie mit Höcke umzugehen sei, trieb einen Keil zwischen Parteichefin Petry und den übrigen Parteivorstand. Der 44-jährige Höcke plädiert dafür, die soziale Ausrichtung seiner Partei zu stärken. Von seinem Beruf als Lehrer ist er seit seinem Einzug in den Landtag 2014 beurlaubt. Höcke ist verheiratet und hat vier Kinder.

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(Foto: AFP)

Andre Poggenburg ist Teil der völkischen-nationalistischen Strömung in der AfD mit Kontakten zur Neuen Rechten. Der Unternehmer (mit größeren Geldproblemen) arbeitet eng mit dem Thüringer Höcke zusammen, mit dem er die stramm rechte Erfurter Erklärung initiierte. Poggenburg ist erst 41, und sein Gewicht im Bundesvorstand hat zugenommen. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt holte er als Spitzenkandidat das bislang beste AfD-Ergebnis. Nun ist er Oppositionsführer in Magdeburg.

Beatrix von Storch

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(Foto: dpa)

Die stellvertretende Parteisprecherin war bis vor wenigen Jahren FDP-Mitglied, nun sitzt sie für die AfD im Europaparlament. Storch hat am neuen Parteiprogramm maßgeblich mitgeschrieben. In der Familienpolitik propagiert die Juristin eine Rollenverteilung, die an die fünfziger Jahre erinnert und agitiert gegen das sogenannte "Gender-Mainstreaming". Die Berliner Landeschefin hieß zwischenzeitlich gut, bei illegalen Grenzübertritten auch auf Frauen und Kinder schießen zu lassen. Ihr Einfluss in der Partei ist momentan groß. Auf Storchs Drängen hin richtet sich die AfD derzeit zur Anti-Islam-Partei aus.

Jörg Meuthen

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(Foto: REUTERS)

Seit 2015 ist Jörg Meuthen Co-Vorsitzender der Partei. Der Volkswirtschaftsprofessor hat fünf Kinder und gehört zu den Gemäßigten in der AfD, die nach dem Abgang von Parteigründer Lucke in der Minderheit sind. Als Spitzenkandidat brachte Meuthen die Südwest-AfD in den baden-württembergischen Landtag. Er gilt als marktliberales Aushängeschild und beteuert, seine Partei bewege sich nicht nach rechtsaußen.

Albrecht Glaser

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(Foto: AFP)

40 Jahre war Albrecht Glaser Mitglied im früher erzkonservativen Landesverband der CDU-Hessen. Als Stadtkämmerer von Frankfurt am Main legte er etwa 200 Millionen D-Mark in Fonds an. So sanierte er teilweise den Haushalt, dann kamen Verluste, die laut Opposition in Höhe von etwa 80 Millionen D-Mark. Glaser gehört zu den Gründungsmitgliedern der AfD und ist der stillste der drei Partei-Vizes. Das soll sich nun ändern: Glaser will bei der nächsten Bundespräsidentenwahl kandidieren.

Alexander Gauland

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(Foto: Axel Schmidt/Getty Images)

Gauland ist die graue Eminenz der AfD und bringt die meiste Erfahrung im politischen Geschäft mit. Der heute 75-Jährige fungierte früher als hessischer Staatskanzleichef, später war er Herausgeber der Märkischen Allgemeinen. Der ehemalige CDU-Mann driftet immer mehr in Richtung des rechten Rands, er sucht den Schulterschluss mit der islamfeindlichen Pegida-Bewegung und zieht als Parteivize die Strippen im Bundesvorstand.

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