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Unterstützung für Alexej Nawalny:"Herr Präsident, wir fordern Sie auf..."

Alexej Nawalny

Der inhaftierte russische Oppositionsführer Alexej Nawalny befindet sich seit dem 31. März im Hungerstreik. Nawalny hatte im August einen Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt.

(Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa)

In einem offenen Brief appellieren mehr als 70 internationale Prominente wie J.K. Rowling an Wladimir Putin. Es geht um bessere medizinische Hilfe für den Kremlgegner Alexej Nawalny.

Mehr als 70 Prominente aus aller Welt haben in einem offenen Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine bessere medizinische Behandlung für den im Straflager inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny gefordert. Darin heißt es mit Blick auf seine Erkrankung: "Als russischer Staatsbürger hat er das Recht, von einem Arzt seiner Wahl untersucht und behandelt zu werden."

Der Appell wurde am Samstag in mehreren europäischen Tageszeitungen wie Le Monde abgedruckt. Unterzeichnet haben ihn unter anderen die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die drei Literatur-Nobelpreis-Trägerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, Abba-Mitglied Björn Ulvaeus, die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Kristin Scott Thomas sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama. Nawalny befinde sich in einem kritischen Zustand, heißt es in dem Schreiben an Putin.

Nawalny befindet sich im Hungerstreik

"Herr Präsident, wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, dass Alexej Nawalny unverzüglich die medizinische Behandlung und Pflege erhält, die er dringend benötigt - und ihm nach russischem Recht zusteht. Von Russland gewählt und als Garant des Gesetzes, ist es Ihre Aufgabe, dies zu tun." Nawalny befindet sich seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Ihm droht nun eine Zwangsernährung.

Der 44-Jährige klagte zuletzt über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten. Seine Familie, Anwälte und Unterstützer zeigten sich besorgt. Nawalny hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war in Deutschland behandelt worden. Er beklagt, dass der Einsatz des verbotenen chemischen Kampfstoffs gegen einen russischen Bürger in seiner Heimat nicht untersucht werde. Mehrere Labore in der EU hatten das Gift nachgewiesen.

© SZ/dpa/jerb
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