Al-Shabaab-Miliz in Somalia:Angriff auf Sitz der Afrikanischen Union

  • Milizen der radikalislamischen Al-Shabaab haben das Hauptquartier der Friedenstruppe der Afrikanischen Union in Mogadischu überfallen. Womöglich gab es dabei Tote.
  • Einen Tag zuvor hatte das somalische Parlament Sharmarke als neuen Regierungschef bestätigt.

Afrikanische Union in Mogadischu attackiert

Bei einem Angriff der radikalislamischen Shabaab-Miliz auf den Sitz der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom) sind drei Soldaten und ein Zivilist getötet worden. Das teilte Amisom am Donnerstag mit. Fünf Milizionäre seien zuvor bei den Kämpfen getötet worden, drei weitere seien gefangen genommen worden.

Die Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Amisom erklärte am Abend, die Mission habe die Kontrolle über den Stützpunkt zurückerlangt. Alle Mitarbeiter der AU und der Uno auf dem Stützpunkt seien nun in Sicherheit.

Am frühen Nachmittag waren mehrere Explosionen in dem Amisom-Stützpunkt Halane zu hören gewesen, wie Polizisten und Augenzeugen berichteten. Nach Informationen der Washington Post schlug die Miliz während einer Weihnachtsfeier zu. Das Hauptquartier liegt sich sich auf dem Gelände des streng gesicherten Flughafens von Mogadischu. Dort befinden sich auch mehrere Botschaften. In westlichen Sicherheitskreisen wurde die Zahl der Angreifer auf 15 bis 20 geschätzt. Die 2007 geschaffene Amisom zählt etwa 22 000 Soldaten, die gegen die Shabaab-Miliz kämpfen.

Neuer Regierungschef in Somalia

Der Angriff ereignete sich einen Tag, nachdem das Parlament die Ernennung des neuen Regierungschefs abgesegnet hatte. Die Abgeordneten folgten einstimmig dem Wunsch von Präsident Hassan Cheikh Mohamoud, sie mögen Omar Abdirashid Ali Sharmake das Vertrauen aussprechen. Sharmake ersetzt den vorherigen Ministerpräsidenten Abdiweli Sheikh Ahmed, dem das Parlament Anfang Dezember das Vertrauen entzogen hatte.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Shabaab-Miliz kontrolliert nach ihrer Vertreibung aus Mogadischu im Jahr 2011 noch immer Gebiete im Zentrum und Süden des ostafrikanischen Landes. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaats.

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