Al-Qaida-Prozess in Düsseldorf Sie hatten den falschen Grillanzünder gekauft

Bald geriet der jetzige Hauptbeschuldigte Abdelabdim El-K. ins Visier der Ermittler. Sein konspiratives Verhalten löste eine Observation aus. Wohnungen, Autos, Telefone und Computer wurden überwacht und abgehört. Er halte sein Versprechen und werde "mit dem Schlachten der Hunde, der Söhne der Gelben anfangen", habe er dann der Al-Qaida-Führung gemailt. Mit den Gelben seien Europäer gemeint gewesen.

Die Männer hätten "Angst und Schrecken in Deutschland verbreiten" wollen, so die Anklage. Ziele seien Bundeswehr-Angehörige und islamkritische Organisationen gewesen, ein Text für ein Bekennervideo sei schon fertig gewesen. Aber ein konkretes Anschlagsziel konnten die Ermittler nicht heraushören. Als die Verdächtigen eine größere Menge Grillanzünder kauften, um daraus gemäß einer Al-Qaida-Anleitung zum Bombenbau eine Sprengstoff-Grundlage zu gewinnen, wurden drei der vier Männer festgenommen.

Zuvor hätten sie versucht, aus Grillanzündern Sprengstoff zu gewinnen. "Die Technik stimmte", erläuterte ein Bundesanwalt. Allerdings hätten die Männer den falschen Grillanzünder verwendet, aus dem sie lediglich Wachs herausgekocht hätten. Der Fall sei auch so bemerkenswert weil nachgewiesen werden könne, dass die Anweisungen für einen Anschlag in Deutschland direkt von al-Qaida kamen, sagte der Bundesanwalt. "Wir sind guten Mutes, dass wir das durchbringen bis zum Urteil."

Acht Monate später wurde in Bochum der vierte Mann gefasst. Anführer der Terrorgruppe ist laut Anklage der 31 Jahre alte Abdelabdim El-K. Der Marokkaner habe sich in einem Al-Qaida-Ausbildungslager auf den Anschlag vorbereitet. Außerdem stehen der Deutsch-Marokkaner Jamil S., 32, der Deutsch-Iraner Amid C., 21, und der Deutsche Halil S., 28, vor Gericht.

Für den Prozess sind bis Ende November 30 Verhandlungstage angesetzt.