Aktuelles Lexikon:Wind of Change

Die Wende-Hymne wünscht sich Ursula von der Leyen zum Abschied.

Von Martin Wittmann

Das Lied "Wind of Change" stammt von den Scorpions und wird wie die Band selbst hierzulande gerne belächelt. Tatsächlich zählen Hit und Musiker zu den erfolgreichsten Rock-Exporten des Landes, und zwar eines Landes, dessen Wiedervereinigung ohne "Wind of Change" zwar möglich gewesen wäre, sich aber ganz anders angehört hätte. Geschrieben Monate vor dem Fall der Mauer 1989 sollte das Lied die Hoffnung ausdrücken, die Sänger Klaus Meine während einer Tour durch die späte Sowjetunion zu spüren glaubte: dass die Zeiten des Kalten Kriegs bald vorbei sein würden. Er singt: "I follow the Moskva / Down to Gorky Park / Listening to the wind of change." In Moskau am Fluss entlang, runter zum Park, den Wind der Veränderung im Ohr. "Wind of Change" erschien allerdings erst im Februar 1991 als Single, die Band hatte mit der Veröffentlichung auch deswegen gezögert, weil den Instrumentalisten das Intro zu ungewöhnlich gewesen sei, sagte Meine später. Doch gerade dieses ohrwurmende Pfeifen sollte mitverantwortlich sein für den Erfolg der "Wende-Hymne" (wie auch für deren Belächeltwerden). Die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird die Ballade am Donnerstag bei ihrer Verabschiedung beim großen Zapfenstreich hören, auf eigenen Wunsch.

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