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Aktuelles Lexikon:Weltraumspaziergang

Was beinahe romantisch klingt, ist in Wahrheit extrem anstrengend und gefährlich.

Als Alexei Leonow am 18. März 1965 als erster Mensch nur mit einer Leine gesichert zwölf Minuten lang im Weltraum schwebte, brachen manche Radiostationen die Liveübertragung vorzeitig ab - denn der Ausflug des sowjetischen Kosmonauten endete fast in einer Katastrophe: Sein Raumanzug hatte sich durch den Druckunterschied im luftleeren Weltall so stark aufgebläht, dass er nicht mehr durch den Einstieg des Raumschiffs passte. Nur indem er den Druck seines Anzugs mithilfe eines Ventils auf den Notfallmodus reduzierte, konnte Leonow lebendig zurückkehren. Tatsächlich sind Weltraumspaziergänge auch heute weniger romantisch, als es ihre Bezeichnung vermuten lässt. Sie dauern meist mehrere Stunden und werden nur unternommen, wenn etwas an der Außenseite des Raumschiffs repariert oder umgebaut werden muss. Das Arbeiten in den sperrigen Schutzanzügen ist extrem anstrengend und erfordert höchste Konzentration. Zudem haben die Astronauten ständig ein lautes Wummern im Ohr, denn in den Anzügen steckt eine Klimaanlage. Vor wenigen Wochen absolvierten zwei Amerikanerinnen den ersten Weltraumspaziergang, an dem nur Frauen beteiligt waren. Am Freitag verließ ihr italienischer Kollege Luca Parmitano die ISS, um ein kompliziertes Kühlsystem zu erneuern.