Der Train à Grande Vitesse, kurz TGV, ist der französische Hochgeschwindigkeitszug, der im Gegensatz zu seinem deutschen Pendant meist pünktlich ist. Er wurde in den Siebzigerjahren von der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF entwickelt und hält seit 2007 den Weltrekord als schnellster Zug auf Schienen mit 574 Kilometern pro Stunde. Auch wenn er in der Regel nicht ganz so schnell rast, schafft der TGV die 660 Kilometer von Paris nach Marseille in etwa drei Stunden. Zum Vergleich: Im ICE dauert eine ähnlich lange Reise, etwa von Hamburg nach München, fast doppelt so lange. Verspätungen sind im französischen Schienenverkehr eher die Ausnahme. Fahrgäste können bereits bei einer Verzögerung von 30 Minuten einen Teil des Preises ihrer Fahrkarte zurückerstattet bekommen. Im Gegensatz zum deutschen Schienennetz ist das französische zentral organisiert. Die fünf Schnellstrecken beginnen in Paris und fahren von dort aus mit wenigen Zwischenstopps in Großstädte wie Bordeaux, Rennes, Straßburg, Lille, Lyon und Marseille. Aber möchte man den TGV von der südlichen Atlantikküste zum Mittelmeer nehmen, muss man über Paris fahren, obwohl die Strecke dadurch etwa dreimal länger wird. Aufgrund der Netzstruktur können Schnellzüge bei Streckenausfällen nicht einfach auf andere Schienen umgeleitet werden. Das wurde nach den Angriffen auf das Schienennetz am Eröffnungstag der Olympischen Spiele deutlich.
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Französischer Hochgeschwindigkeitszug, meist pünktlich, auf dessen Streckennetz am Eröffnungstag der Olympischen Spiele Anschläge verübt wurden.
Von Léonardo Kahn