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Aktuelles Lexikon:Synodenväter

Bei der Amazonas-Synode im Vatikan sind nur sie stimm­berechtigt.

Synoden, wie es sie in der katholischen Kirche seit 1965 regelmäßig gibt, sind keine Parlamentsversammlungen, höchstens Debattierforen. Der Vatikan ist ja auch keine Demokratie, sondern eine Monarchie. Und selbst unter den Teilnehmern der Tagung gibt es Klassenunterschiede, wie man das nun auch wieder bei der Sondersynode zu Amazonien sieht, die bis 27. Oktober ökologische und seelsorgerische Probleme im weiten südamerikanischen Regenwald behandeln soll. Stimmberechtigt sind nur die Synodenväter, in diesem Fall 185. Sie stammen vor allem aus den neun Ländern des Amazonasgebiets. Die meisten sind Bischöfe und Kardinäle. 13 gehören der römischen Kurie an. Besprochen werden Themen, die voraus in einem Arbeitspapier aufgelistet wurden, dem "Instrumentum laboris". Die Synodenväter sollen frei reden und neue Ideen aufbringen. Papst Franziskus wird den Diskussionen folgen, meist schweigend. Mitreden oder zumindest zuhören dürfen auch einige Dutzend Wissenschaftler, Ordensleute und Vertreter indigener Völker. 35 Gäste sind Frauen, doch sie dürfen grundsätzlich nicht abstimmen. Bindend ist das Schlussdokument nicht. Es soll dem Papst nur helfen, einen Brief zu formulieren, in dem er seine Folgerungen bündelt. So er denn will, er ist ja Alleinherrscher.

© SZ vom 07.10.2019
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