Aktuelles Lexikon Schwarze Liste

Trump findet ein neues Mittel gegen die chinesische Wirtschaft.

Von Karin Janker

Lange vor der roten Liste für gefährdete Tierarten, der weißen Liste für vertrauenswürdige Ärzte und der rosa Liste, auf der im 19. Jahrhundert Daten über vermeintliche oder tatsächliche Homosexuelle gesammelt wurden, gab es schon schwarze Listen: Im Römischen Reich, unter Diktator Sulla, führten Proskriptionslisten geächtete Personen auf, die vogelfrei waren und von jedem getötet werden durften. Später listete die Inquisition im Index Librorum Prohibitorum verbotene Bücher, deren Lektüre als Sünde galt; bis zu seiner letzten amtlichen Ausgabe im Jahr 1948 wuchs das Verzeichnis auf 6000 Werke an. Gemeinsames Merkmal schwarzer Listen: Sie sind meist intransparent und oft willkürlich erstellt. Bis heute sammeln Mächtige die Namen von missliebigen Personen und Unternehmen, denen aus ihrer Sicht nicht zu trauen ist. Während der McCarthy-Ära landeten insbesondere Filmschaffende auf einer Liste von nicht mehr zu beschäftigenden Personen, denen kommunistische Umtriebe unterstellt wurden. Im Englischen ist das Verb "to blacklist" gebräuchlich geworden. Verwendung findet es nun im Handelskonflikt mit China: US-Präsident Trump ließ den Konzern Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen setzen, deren Geschäftsbeziehungen mit US-Konzernen streng kontrolliert werden.