Aktuelles Lexikon Pollen

Sie sind Lebenselixier für Bienen und Pflanzen, doch Allergiker leiden.

Von Johanna Kuroczik

Nicht nur eine Million Bayern, die beim Volksentscheid für mehr Artenschutz gestimmt haben, auch das Hochdruckgebiet "Dorit" zeigt sich den Bienen gnädig. Es sorgt in den kommenden Tagen für ein Februarwetter, das besser nach Sizilien als nach Deutschland passt. Bei Sonnenschein und Temperaturen von bis zu zwölf Grad erwachen die Frühblüher Erle und Hasel gänzlich aus ihrer Winterruhe und geben massig Pollen ab. Besonders die Hasel-Pollen dienen den Bienen als erste Proteinquelle nach dem Winter, in dem sie den Bienenkorb nicht verlassen und sich nur von Honig oder vom Imker zugeteiltem Futter ernährt haben. Der mikroskopisch feine Blütenstaub wird von Samenpflanzen produziert, um die männlichen Keimzellen zu ihrem weiblichen Pendant zu befördern. Je nachdem, ob die Pflanze windblütig ist oder Zoogamie betreibt, übernehmen Wind oder Insekten den Transport. Pollenkörner sind so Lebenselixier für Bienen-Nachwuchs und Pflanzen - ein Win-win-Arrangement. Die Verlierer sind die Allergiker. Blütenstaub enthält Proteine, die Allergien auslösen können: Treffen sie auf Schleimhäute, führen sie innerhalb von Sekunden zu Abwehrreaktionen in Form von Husten, Schnupfen und Juckreiz. Meteorologen empfehlen den Betroffenen, ihre Medikamente am Wochenende griffbereit zu haben.