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Aktuelles Lexikon:Mundschutz

In China werden die Gesichtsmasken knapp.

In Deutschland kennt man den hellgrünen oder hellblauen Mund- oder Gesichtsschutz aus Kunststoffvlies eigentlich nur aus Kliniken. Von Tokio über Bangkok bis nach Kuala Lumpur hingegen gehören diese Masken, die Mund und Nase bedecken, seit Langem zum normalen Stadtbild, bislang aber vor allem als Schutz gegen Smog. Mit der Ausbreitung des Coronavirus aus China aber hat weltweit ein Run auf die Masken eingesetzt. Seit vergangenem Mittwoch müssen sie die Bewohner der Millionenstadt Wuhan, von der aus sich der Virus ausgebreitet hat, tragen. In der vor allem betroffenen Provinz Hubei ist der Mundschutz inzwischen so knapp, dass die Behörden zu Spenden aufrufen. Auch für die Bewohner der Provinz Guangdong mit knapp 100 bestätigten Fällen gilt seit Sonntag die Pflicht, an öffentlichen Orten generell eine Gesichtsmaske zu tragen. Selbst aus Australien und den USA werden jetzt Lieferengpässe gemeldet. Und doch ist die Schutzfunktion gegen Keimübertragung bei Experten umstritten. Sie warnen vor Selbstbetrug. Immerhin aber nehmen auch sie an, dass die Träger auch andere Vorschriften zum Infektionsschutz, wie Händewaschen, beachten. Und so verhindern diese Masken wohl maßgeblich einen anderen Infektionsweg: Mund und Nase mit den Fingern zu berühren.

© SZ vom 27.01.2020
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