Aktuelles Lexikon Meineid

Mit oder ohne Gott: Wer vor Gericht schwört, darf nicht lügen.

Von Larissa Holzki

Mit einem Eid schwört ein Zeuge feierlich, dass er nach bestem Wissen die Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen hat. Ein Meineid - das Wörtchen "mein" bedeutet in diesem Fall "betrügerisch" - ist ein falscher Schwur. Wer einen Meineid geschworen hat, der hat gesagt "Ich schwöre" und wusste dabei, dass er lügt. Das ist eine Straftat, die schärfer geahndet wird als eine uneidliche Falschaussage. Die Wahrheitsfindung ist für Gerichte oft schwierig, auch die Zeugenaussage gilt als unsicheres Beweismittel. Also werden Zeugen vereidigt, damit man sich besser auf sie verlassen kann. Völker des Altertums wie die Römer beriefen sich auf Gott und die Religion, wenn sie einander besonders vertrauen mussten. So wurden Friedensschlüsse, Bündnisse und Verfassungen auf eine Gottheit beschworen, die Treuebruch strafen würde. Ein Gott, der alles weiß, würde zum Richter und Rächer werden. Im Fall der Ex- AfD-Chefin Frauke Petry geht es dagegen um die Wahlkampffinanzierung der rechtspopulistischen Partei. Sie ist angeklagt, 2015 vor dem Wahlprüfungsausschuss des Sächsischen Landtages einen Meineid geleistet zu haben. Petry muss sich deshalb vor dem Landgericht Dresden verantworten. Ihr droht eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, wenn sie falsch geschworen hat. Sie droht von irdischen Mächten.