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Aktuelles Lexikon:Hering

Den silbrigen Fischen geht es schlecht. Das liegt nicht nur an der Fischerei, sondern auch am Klimawandel.

Heringe, genauer gesagt Heringsfische (Clupeidae), sind eine Familie im Tierreich, zu der auch Sardinen, Sprotten und Sardellen gehören. Doch meist ist eine ganz bestimmte Art gemeint, wenn vom Hering die Rede ist: Clupea harengus, der Atlantische Hering. Die Tiere kommen im ganzen Nordatlantik vor, außerdem in der Nord- und Ostsee. Insgesamt ist die Art nicht bedroht, doch den Heringen in der westlichen Ostsee geht es derart schlecht, dass die EU die erlaubte Fangmenge gerade um 65 Prozent gesenkt hat. Heringe sind silbrig glänzende Fische, die im Schnitt 20 bis 25 Zentimeter lang werden. Sie leben im offenen Meer, wo sie riesige Schwärme bilden. In diesen Schulen ist jedes einzelne Tier besser vor seinen Feinden, etwa Delfinen, Seehunden und Meeresvögeln geschützt. Die Heringe selbst ernähren sich hauptsächlich von kleinen Ruderfußkrebsen. Die in der Ostsee lebenden Tiere überwintern im Öresund und wandern zum Laichen in flache Küstengewässer, etwa in den Greifswalder Bodden. Dass ihre Zahl extrem zurückgegangen ist, hängt nicht nur mit der Fischerei zusammen, sondern auch mit der Klimakrise: Unter anderem bewirkt die Erwärmung des Wassers, dass sich die Eier schneller entwickeln. Deshalb schlüpfen die Heringslarven zu früh, finden noch nichts zu fressen und verhungern.