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Aktuelles Lexikon:Frühgeburt

Weltweit wird etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren.

Beim Menschen dauert die Schwangerschaft normalerweise 280 Tage oder 40 Wochen, gerechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutung der Frau. Kommt das Kind bereits vor Ablauf der 37. Woche zur Welt, dauert die Schwangerschaft also weniger als 260 Tage, dann ist von einer Frühgeburt die Rede. Weltweit kommt etwa eines von zehn Kindern zu früh auf die Welt. Auch in Deutschland liegt die Quote knapp unter zehn Prozent und damit recht hoch im europäischen Vergleich. Die Ursachen für eine verfrühte Entbindung sind vielfältig: das Alter der Mutter, Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen während der Schwangerschaft, Übergewicht, Herkunft aus einer Krisenregion oder Infektionen. Die Überlebenschancen der Frühchen sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen, doch bei manchen bleiben kognitive oder körperliche Einschränkungen. Je früher das unreife Kind geboren wird, desto größer sind im Allgemeinen die Probleme. Um den besonderen Herausforderungen für die Familien besser gerecht zu werden, sieht der Vorschlag für eine Elterngeldreform flexiblere Regeln und mehr Geld vor, wenn das Kind wenigstens sechs Wochen vor dem berechneten Termin geboren wurde. Ärzte definieren als Grenze zur Lebensfähigkeit die Vollendung der 23. Schwangerschaftswoche.

© SZ vom 18.02.2020
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