Süddeutsche Zeitung

Aktuelles Lexikon:Bündnis "Ein Israel"

"Von diesem Moment an sind wir alle eins, eine Nation", verkündete Ehud Barak, als sein deutlicher Sieg bei der Wahl des israelischen Ministerpräsidenten feststand.

Dieses einfache wie populäre Motto ist schon dem Titel seines Parteien-Bündnisses zu entnehmen, das sich "Yisrael Achat" nennt, "Ein Israel".

Die Bildung der gemäßigt linken Koalition aus Arbeitspartei, Gescher und Meimad war ein Schachzug des künftigen Premiers, um gegen den Likud-Block von Amtsinhaber Benjamin Netanjahu Stimmen aus unterschiedlichen Lagern zu bündeln.

Zentrum des Zusammenschlusses ist die linke Arbeitspartei, die bislang führende Oppositionspartei, die Barak seit 1996 anführt und in Richtung politische Mitte bewegte.

Gescher, vormals Partner von Likud, repräsentiert die marokkanischen Juden unter Leitung von David Levy, der 1998 als Außenminister Netanjahus zurückgetreten war und nun gute Chancen besitzt, diesen Posten erneut zu bekommen; Meimad, das bei den letzten beiden Wahlen nicht angetreten war, vertritt moderate Religiöse.

Bei den gleichzeitig ausgetragenen Parlamentswahlen erreichte "Ein Israel" 27 der 120 Knesset-Sitze, sieben weniger als bisher, aber acht mehr als Likud. Der ehemalige Generalstabschef Barak will nun mit Hilfe weiterer Koalitionspartner den von Netanjahu blockierten Friedensprozess mit den Palästinensern wieder in Gang bringen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.747217
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
N/A
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.