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Aktuelles Lexikon:Billboard-Charts

Die Welt des Pop liebt Zahlen und Rekorde.

Von Jens-Christian Rabe

Das Popgeschäft liebt seine Rekorde. Wen kümmert's, dass das auch immer etwas großmäulig kleinkariert wirkt, besonders wenn die Rekorde arg ausgedacht erscheinen ("Meiste Wochen in den Charts, bevor die Single Platz 1 erreichte")? So ein Rekord ist gute Werbung, die sich ausgezeichnet als Nachricht tarnen und so den News-Medien unterjubeln lässt. Die zentrale Währung des Weltruhms im Mainstream-Pop bleibt die Anzahl der Tonträger und Streams, die eine Künstlerin oder ein Künstler unter die Leute bringt. Im wichtigsten Pop-Markt der Welt, den USA, ermittelt seit dem 4. Januar 1936 das kommerzielle Branchenmagazin Billboard die Verkaufszahlen des Pop, die ikonischen "Billboard-Charts" (die deutschen Charts werden von der ebenfalls privaten GfK erstellt). Aktueller Eigentümer ist eine Holdinggesellschaft namens Eldridge Industries. Anlass für diesen Blick in die Welt des Pop ist übrigens die Meldung, dass Taylor Swift, die eben erst den Rekord für die meisten Songs einer Künstlerin in den Top-100-Singlecharts aufstellte (113), nach dem Erfolg ihrer neuen Platte "Folklore" nun mit ihren sieben Alben insgesamt 46 Wochen auf dem ersten Platz der Billboard-Albencharts stand, so lange war bislang nur Whitney Houston mit ihren Alben an der Spitze. Gratulation vom News-Medium SZ.

© SZ vom 09.09.2020
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