Aktuelles Lexikon Ampelmännchen

Die Figur hat eine feste Form - Emden aber schert aus.

Von Thorsten Hahn

Die Emder Stadtverwaltung findet es aus rechtlichen Gründen riskant, die Signale von acht Fußgängerampeln am Rathausplatz zu verändern. Aber die Stadträte im Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Bürgerservice haben entschieden: An besagten Ampeln soll das grüne Ampelmännchen ersetzt werden durch eine Darstellung des berühmten Emders und Blödelkünstlers Otto Waalkes. Wenn der Stadtrat das Vorhaben am 28. Mai durchwinkt, werden die Lichtzeichen für 10 000 Euro umgerüstet. Vorbilder gibt es einige: In Mainz zum Beispiel zeigen Ampeln die Mainzelmännchen, in Hameln den Rattenfänger. Andere Städte wiederum haben eine Ausnahmeregelung ausdrücklich abgelehnt. Die Straßenverkehrsordnung sieht keinen springenden Otto als Ampelmännchen vor, wie er in Emden geplant ist, sondern eine Einheitlichkeit nach den Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA). Dort heißt es: "Im roten Leuchtfeld muss das Sinnbild eines stehenden, im grünen Leuchtfeld das Sinnbild eines schreitenden Fußgängers gezeigt werden." Offiziell erlaubt ist auch die gedrungenere DDR-Version des Verkehrspsychologen Karl Peglau. Alles andere geht nur mit Genehmigung. Dabei gibt es eine Grundsatzkritik am Ampelmännchen. Der Begriff zeigt schon, warum: Die Fußgängersignale sind nicht geschlechterneutral.