Militärtechnik:USA stellen neues Tarnkappenflugzeug vor

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Militärtechnik: US-Verteidigungsminister Austin stellt in Palmdale im Bundesstaat Kalifornien den "B-21"-Bomber vor.

US-Verteidigungsminister Austin stellt in Palmdale im Bundesstaat Kalifornien den "B-21"-Bomber vor.

(Foto: FREDERIC J. BROWN/AFP)

Das Militär will 100 von den neuen Bombern vom Typ "B-21" kaufen. Es soll selbst die "ausgefeiltesten Flugwarnsysteme" umgehen können.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin scheint mächtig stolz zu sein. Die B-21 sei der Beweis dafür, wie dynamisch und vielfältig die amerikanische Industrie sei. "Es ist diese Art von Fortschritt, die uns großartig macht, und diese Art von Fortschritt passiert nicht einfach so.", schreibt Austin bei Twitter. Der Tweet ist versehen mit einem Bild, auf dem zum ersten Mal das neue Tarnkappenflugzeug zu sehen ist, das die US Air Force gemeinsam mit dem Hersteller Northrup Grumman am Freitag in Palmdale, Kalifornien präsentiert hat. Der erste neue Bomber seit knapp drei Jahrzehnten.

Lange hat das US-Militär ein Geheimnis daraus gemacht, wie die B-21 wohl aussehen würde. Bisher hatte es nur Grafiken veröffentlicht, auf denen man sich eine grobe Vorstellung von der Form des Fliegers machen konnte. Bei der aufwendig inszenierten Präsentation gibt sich die US-Luftwaffe aber weiter Mühe, nicht zu viel von ihrem neuen "Rückgrat der Bomberflotte" zu verraten. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, die 600 geladenen Gäste hätten ihre Mobiltelefone abgeben müssen, Fotos seien nur aus 23 Metern Entfernung aus bestimmten Blickwinkeln erlaubt gewesen.

Der neue Bomber soll die Vorgänger vom Typ B-1 und B-2 ablösen, die in den 80er-Jahren produziert wurden. Die Welt habe sich seither sehr verändert, sagte Austin bei der Präsentation. Die B-21 sei Abschreckung auf amerikanische Art, fügte er hinzu. "Sie verdeutlicht Amerikas Entschlossenheit, die Republik zu verteidigen, die wir alle lieben. Sie ist Beweis für unsere Abschreckungsstrategie - mit der Fähigkeit, sie jederzeit und überall zu untermauern."

Ein paar technische Details verrät der Verteidigungsminister aber doch: Der Bomber lasse sich mit Piloten und auch ferngesteuert fliegen und könne konventionelle wie auch nukleare Langstreckenwaffen tragen. Das Flugzeug habe eine unübertroffene Reichweite und selbst die "ausgefeiltesten Flugwarnsysteme" würden den Tarnbomber nicht erkennen, so Austin.

Mit diesem Bomber möchten die USA wohl ein Zeichen setzen, vor allem in Richtung China, das im Jahr 2016 mit dem Xian H-20 einen Tarnkappenflieger vorgestellt hat, der wohl 2023 seinen ersten Probeflug absolvieren soll.

Produktion und Entwicklung der Bomber laufen parallel, was nicht ohne Risiko ist

Tarnkappenflugzeuge schaffen es durch verschiedene Techniken, Radarsysteme zu umgehen. Auch können sie den Abgasstrahl der Triebwerke abkühlen, so dass sie durch Infrarotdetektoren nicht so leicht zu entdecken sind. Andere Fliegertypen schaffen es durch ihre kantige Oberfläche, dass Suchsignale von Flugüberwachungssystemen nicht zurück zum Empfänger gesendet werden.

Eine B-21 soll 700 Millionen Dollar kosten, insgesamt 100 davon sollen für die US Air Force produziert werden. Dem Verteidigungsministerium zufolge sollen die allerdings erst in ein paar Jahren einsatzbereit sein, weil die Entwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Produziert wird allerdings trotzdem schon. Ganz ohne Risiko ist das nicht, was ein Blick in die Vergangenheit zeigt. Beim F-35-Kampfflugzeug etwa musste man nach diversen Fehlern in der Entwicklung feststellen, dass man mit der Produktion lieber noch ein paar Jahre gewartet hätte. Statt 2010 wurde das Flugzeug erst 2015 fertig.

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