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Afghanistan:Zwölf Tote bei Anschlag in Provinzhauptstadt

Zeitgleich fand in Katar eine Friedenskonferenz zwischen den USA und den Taliban statt, die sich zum Anschlag bekannten.

Bei einem Autobombenanschlag in der afghanischen Provinzhauptstadt Ghasni sind am Sonntag zwölf Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Wie ein Mitglied des Rats der gleichnamigen Provinz, Hassan Rasa Jussafi, mitteilte, sind unter den Toten acht Sicherheitskräfte. Bei vielen Verletzten handelt es sich nach Angaben des Chefs des Gesundheitsdienstes der Provinz, Sahir Schah Nekmal, um Schüler einer nahe gelegenen Schule.

Ein Sprecher der aufständischen Taliban, Sabihullah Mudschahed, sagte, der Anschlag sei von seiner Gruppe ausgeführt worden. Er habe sich gegen eine Geheimdienstabteilung in Ghasni gerichtet; Dutzende der Mitarbeiter seien getötet worden. Der Anschlag wurde am selben Tag verübt, an dem in Doha eine zweitägige gesamtafghanische Friedenskonferenz einschließlich der Taliban begann. In der Hauptstadt Katars fand auch eine weitere Runde direkter Verhandlungen der USA mit den Taliban statt, die US-Sondergesandter Zalmay Khalilzad als die bislang produktivste bezeichnete. Khalilzad sagte, angestrebt werde eine Vereinbarung mit den Taliban bis zum 1. September und vor der afghanischen Präsidentenwahl.

Am Dienstag werde er sich erneut mit den Taliban zusammensetzen. Dabei geht es unter anderem um den Zeitplan für einen Abzug der US- und Nato-Truppen, Anti-Terror-Garantien der Taliban und einen Waffenstillstand. Die afghanische Regierung sitzt nicht am Verhandlungstisch mit Amerikanern und Taliban.