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US-Truppen in Afghanistan:Trump stellt Abzug aller Soldaten bis Weihnachten in Aussicht

US-Soldaten in Afghanistan im Jahr 2017

US-Marineinfanteristen in Afghanistan (Archivbild von 2017)

(Foto: AFP)

Seit 2001 sind Tausende US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Präsident Trump kündigt nun den Abzug aller Truppen bis Ende des Jahres an. Sein Nationaler Sicherheitsberater spricht hingegen von einer Reduzierung.

US-Präsident Donald Trump hat einen kompletten Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan zum Jahresende in Aussicht gestellt. "Die wenigen tapferen Männer und Frauen, die noch in Afghanistan dienen, sollten bis Weihnachten zu Hause sein", schrieb Trump am Mittwoch bei Twitter. Nähere Angaben machte er dazu nicht.

Der Nationale Sicherheitsberater Robert O'Brien kündigte bei einer Veranstaltung in Las Vegas am Mittwoch an, die USA wollten ihre Truppenstärke in Afghanistan bis Anfang kommenden Jahres auf etwa 2500 reduzieren. Der US-Präsident hatte erst Mitte September angekündigt, dass die Truppenstärke rasch auf weniger als 4000 gesenkt werden solle.

Anfang August informierten die USA ihre Nato-Verbündeten über Pläne zum Abzug weiterer Soldaten aus Afghanistan. Damals hieß es, dass die Vereinigten Staaten ihre Truppen bis Ende November auf knapp unter 5000 reduzieren wollen. Davor waren noch etwa 8600 Soldaten in dem von jahrelangen Gefechten und Anschlägen zermürbten Land.

Der Krieg in Afghanistan ist der längste in der Geschichte der USA. Seit mehr als neunzehn Jahren sind amerikanische Soldaten in dem Land stationiert. Sie waren nach den Anschlägen vom 11. September 2001 dort einmarschiert. Bereits Ende Februar unterzeichneten die USA mit den militant-islamistischen Taliban ein Abkommen, das einen schrittweisen Abzug der Nato-Soldaten aus Afghanistan vorsieht. Die Taliban verpflichteten sich im Gegenzug zu innerafghanischen Friedensgesprächen. Erste Gespräche fanden Mitte September statt.

© SZ/dpa/rtr/koso/bix
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