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Islamisten in Afghanistan:Taliban enthaupten 17 Zivilisten bei Musikveranstaltung

In einem Dorf im Süden Afghanistans sind 17 Zivilisten enthauptet aufgefunden worden. Taliban sollen für die Tat verantwortlich sein. Der Grund für die Greueltat: Die Afghanen hatten Musik gehört und getanzt.

In einem Dorf im Süden Afghanistans sind nach örtlichen Behördenangaben 17 Zivilisten enthauptet aufgefunden worden. Die radikal-islamischen Taliban sollen für die Tat verantwortlich sein. Unter den Opfern seien auch zwei Frauen, sagte der Sprecher der Provinzverwaltung von Helmand, Daud Ahmadi, der Nachrichtenagentur AFP. Die Tat habe sich am Sonntagabend im Bezirk Kajaki ereignet. Eine Suche nach den Tätern sei eingeleitet worden. Ein ranghoher Polizeibeamter in der Provinz bestätigte die Angaben.

Die Menschen hatten sich für eine Feier im Bezirk Musa Kala versammelt, wie die Regierung dort erklärte. Musik spielte und es wurde getanzt. Die Taliban wollten die Feier stoppen. Es sollen auch Schüsse gefallen sein.

In der Region kam es in der Vergangenheit immer wieder für die Enthauptung von Dorfbewohnern, für die Taliban verantwortlich sein sollen. Die Islamisten sollen den Zivilisten dabei in den meisten Fällen vorgeworfen haben, für die afghanischen und US-geführten Nato-Truppen spioniert zu haben.

Ein Stammesältester im benachbarten Bezirk Musa Kala sagte, in den vergangenen Monaten hätten Enthauptungen in der Region zugenommen. Allein im Fastenmonat Ramadan seien drei Menschen geköpft worden, zudem sei der Sohn eines Stammesältesten enthauptet worden. Die Tötungen erfolgten demnach nach großangelegten Militäreinsätzen der afghanischen und Nato-Truppen in der Gegend.

Ebenfalls in der Provinz Helmand stürmten Taliban-Kämpfer nach Behördenangaben einen afghanischen Armeestützpunkt und töteten zehn Soldaten. Vier weitere Soldaten seien verletzt worden, weitere sechs würden vermisst, sagte ein Polizeisprecher. Fünf weitere Soldaten seien nach dem Angriff mit den Taliban mitgegangen. Offenbar handelte es sich um einen sogenannten "Angriff von innen", da einige Soldaten den Taliban bei dem Angriff geholfen hätten.

Am Morgen richtete zudem ein afghanischer Soldat in der östlichen Provinz Lehmann seine Waffe gegen eine Gruppe von Nato-Soldaten und tötete zwei von ihnen. Die Angriffe afghanischer Sicherheitsbeamter auf Isaf-Angehörige hatten zuletzt deutlich zugenommen.