Harsche Worte sind es, die Marcus Grotian für die Bundesregierung findet. Der Umgang mit den Ortskräften in Afghanistan sei für ihn ein "Fiasko in unvorstellbarem Ausmaß". Grotian ist Bundeswehroffizier, er war selbst in Afghanistan, in Kundus stationiert. Und er ist Vorsitzender des Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte, versucht mit seiner Hilfsorganisation schon lange, Ortskräfte zu unterstützen und sie nach Deutschland zu holen. Häufig erfolglos: Zu groß seien die bürokratischen Hürden, zu lange wurden die Warnungen ignoriert, bis die Lage am Hindukusch außer Kontrolle geriet.
Rettungsaktion:"Unterlassene Hilfeleistung"
Deutsche Unterstützer der afghanischen Ortskräfte werfen der Bundesregierung schwere Versäumnisse vor.
Von Francesca Polistina, Berlin
SZ Jetzt Afghanistan:"Ich hätte am liebsten noch viel mehr für die Jungs getan"
Sascha Richter war in Afghanistan für die Bundeswehr "Führer der Ortskräfte". Jetzt übernimmt er in Mali eine ähnliche Aufgabe - während er noch versucht, über ein Netzwerk so viele Menschen wie möglich aus Kabul zu holen.
Lesen Sie mehr zum Thema