bedeckt München 25°

Afghanistan:Dutzende Tote bei Doppelanschlag auf Abgeordnete in Kabul

  • Bei einem Doppelanschlag in Afghanistan hat es Dutzende Tote gegeben.
  • In der Nähe des Parlaments sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, zudem explodierte eine Autobombe.
  • Die genaue Zahl der Toten und Verletzen ist noch unklar.

Auf das afghanische Parlament in der Hauptstadt Kabul ist am Dienstag ein Doppelattentat verübt worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen und von einem Augenzeugen wurde eine der Explosionen durch einen Selbstmordattentäter ausgelöst, der zu Fuß unterwegs war, die andere durch eine Autobombe. Es habe vermutlich viele Opfer unter den Parlamentsmitarbeitern gegeben.

Die Explosionen zielten den Angaben zufolge zu Dienstschluss auf die Büros in einem Anbau des Parlamentsgebäudes. Der Doppelanschlag ereignete sich gegen 17.00 Uhr Ortszeit (13.30 Uhr MEZ). Zu der Zeit gehen in Kabul viele Verwaltungsangestellte nach Hause. Die genaue Zahl der Toten und Verletzten ist noch ungewiss.

Die Taliban haben zuletzt ihre Angriffe verstärkt

Das afghanische Parlament befindet sich auf einer wichtigen Verkehrsachse.Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP telefonisch, der Selbstmordattentäter habe sich "zu Fuß den Angestellten genähert, die ihr Büro verließen" und seinen Sprengsatz "mitten in der Menschenmenge gezündet". "Zahlreiche unschuldige Mitarbeiter wurden getötet und verletzt." Das Auto, in dem die Bombe explodierte, habe auf der anderen Straßenseite geparkt, berichtete er weiter.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die radikalislamischen Taliban-Rebellen hatten zuletzt im ganzen Land ihre Angriffe verstärkt. Erst im Dezember hatte es bei einem Anschlag auf Abgeordnete mehrere Verletzte gegeben.

In Deutschland läuft zur Zeit eine Debatte über die Sicherheitslage in Afghanistan. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung damit begonnen hat, Afghanen, deren Asylantrag abgelehnt worden ist, dorthin abzuschieben. Sie vertritt die Auffassung, dass zumindest einige Regionen des Landes sicher sind.

© SZ.de/afp/bepe/gal
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB