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Angriff auf Isaf-Militärlager in Afghanistan: "Prinz Harry befand sich niemals in Gefahr"

Die Taliban bekennen sich zu dem Angriff auf den Isaf-Militärstützpunkt in Afghanistan. Sie sprechen von einem Vergeltungsakt wegen des Mohammed-Films. Die Isaf-Truppen betonen, für den dort stationierten Prinzen habe keine Gefahr bestanden.

Bei einem Angriff schwer bewaffneter Aufständischer auf das Militärlager der Internationalen Truppen im Süden Afghanistans, in dem auch Prinz Harry stationiert ist, sind in der Nacht zum Samstag zwei Isaf-Soldaten getötet worden. Das bestätigte ein Sprecher der internationalen Schutztruppe. US-Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Getöteten um zwei US-Marineinfanteristen, weitere Soldaten seien verletzt worden.

Am Morgen bekannten sich die Taliban zu dem Anschlag. Sie sprachen von einem Vergeltungsakt wegen des in den USA gedrehten Mohammed-Schmähfilms, der derzeit wütende Proteste in der arabischen Welt auslöst.

Prinz Harry, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs im britischen Teil des Lagers aufhielt, sei unverletzt geblieben, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Der Prinz, der an dritter Stelle in der britischen Thronfolge steht, wird am heutigen Samstag 28 Jahre alt.

Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angriff habe nicht dem britischen Prinzen gegolten. Er sei vielmehr eine Reaktion auf das in den USA produzierte islamfeindliche Internet-Video. Die islamistischen Taliban hatten am vergangenen Montag angekündigt, dass sie Prinz Harry töten wollen.

Auch die britischen Sicherheitsbehörden glauben einem Bericht der PA zufolge nicht an einen gezielten Angriff auf Prinz Harry. Die Aufständischen seien nicht annähernd in die Nähe des Prinzen gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf Quellen im Londoner Verteidigungsministerium. Ein Sprecher der Nato-Schutztruppe sagte: "Prinz Harry befand sich niemals in Gefahr."

Prinz Harry war am Freitag vor einer Woche in Camp Bastion, dem britischen Teil des Lagers, eingetroffen. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe er sich zusammen mit anderen Mitgliedern seiner Apache-Kampfhubschrauber-Einheit in etwa zwei Kilometern Entfernung aufgehalten.

Der Angriff auf das von mehreren Nationen gemeinsam genutzte Militärlager in der Provinz Helmand richtete sich offenbar gegen Camp Leatherneck, den amerikanischen Teil des Stützpunkts. Die Angreifer hätten Panzerfäuste und Granaten eingesetzt, meldete der US-Sender Fox News unter Berufung auf einen Isaf-Sprecher. Gebäude, ein Hangar und mehrere Flugzeuge seien beschädigt worden. Bei dem Angriff wurden den Angaben zufolge 18 Aufständische getötet.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/dmo

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