Afghanistan Anschlag auf Geistliche in Kabul - mehr als 40 Tote

Afghanische Sicherheitskräfe am Ort des Anschlags in Kabul

(Foto: REUTERS)

Religiöse Führer aus ganz Afghanistan hatten sich in der Hauptstadt des Landes zu einer Feier versammelt. Außer den Toten gibt es zahlreiche Verletzte.

Bei einem Anschlag auf eine religiöse Versammlung sind in Kabul mehr als 40 Menschen getötet worden. Es gebe darüber hinaus etwa 80 Verletzte, teilte das afghanische Gesundheitsministerium mit. 24 von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Tat von einem Selbstmordattentäter verübt worden sei, sagte der Sprecher des Innenministeriums.

Der Anschlag galt dem Ulema-Rat, dem höchsten Gremium der afghanischen Geistlichkeit. Es war einer der schwersten Anschläge in der afghanischen Hauptstadt seit Monaten. Die Explosion habe sich im Uranus-Hochzeitspalast ereignet, sagte ein Polizeisprecher. Die Geistlichen seien aus dem ganzen Land nach Kabul gekommen, um zusammen den Geburtstag des Propheten Mohammed zu feiern. Augenzeugen zufolge, die der Fernsehsender ToloTV zitierte, befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags mindestens 1000 Menschen in der Hochzeitshalle.

In Afghanistan und vor allem in der Hauptstadt Kabul kommt es beinahe täglich zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte und Regierungsmitarbeiter sowie auf Zivilisten. Viele der Angriffe werden von den radikalislamischen Taliban verübt, aber auch ein lokaler Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat ist in Afghanistan aktiv.