Affäre um Ex-Innenminister Speer:"Ich bin der Vater"

Also doch: Der frühere brandenburgische Innenminister Rainer Speer gibt zu, Vater einer nichtehelichen Tochter zu sein. Den Vorwurf, die Mutter des Kindes zum Sozialbetrug angestiftet zu haben, weist der SPD-Politiker jedoch zurück.

Lange behauptete er, nichts von seiner Vaterschaft gewusst zu haben. Das bezeugte er sogar eidesstattlich vor Gericht. Sein beharrliches Leugnen, Vater einer nichtehelich geborenen Tochter zu sein, kostete Rainer Speer sein politisches Amt als Innenminister von Brandenburg. Doch nun die öffentliche Kehrtwende: "Ja, ich bin der Vater", bekannte der SPD-Politiker in der Märkischen Allgemeinen.

Brandenburgs Ex-Innenminister Rainer Speer

Der frühere brandenburgische Innenminister Rainer Speer (SPD) hat Fehler in der Äffare um seine nichteheliche Tochter eingeräumt.

(Foto: dpa)

Im Oktober habe er sich einem Vaterschaftstest unterzogen, um sich Klarheit zu verschaffen. Nach dem positiven Ergebnis habe er den vom Jugendamt an die Mutter des Kindes gezahlten Unterhaltsvorschuss zurückgezahlt, sagte der 51-Jährige. "Alle Forderungen sind beglichen."

Reumütiger Vater

Speer war wegen des Vorwurfs eines möglichen Sozialbetrugs politisch unter Druck geraten und Ende September als Innenminister von Brandenburg zurückgetreten.

Er kündigte an, künftig offiziell Unterhalt für das 14 Jahre alte Mädchen zahlen. Auch alle nötigen standesamtlichen Regelungen seien getroffen worden. Weitere Einzelheiten wollte Speer, der verheiratet ist und weitere Kinder hat, mit Verweis auf seine Privatsphäre nicht nennen.

Der Sozialdemokrat räumte ein, dass es ein Fehler gewesen sei, die Vaterschaft nicht schon früher geklärt zu haben. Zugleich wies Speer, der als enger Vertrauter von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gilt, den Vorwurf zurück, er habe seine damalige Geliebte dazu angestiftet, Unterhaltsvorschuss zu kassieren. "Das würde ja bedeuten, dass klar ist, von wem das Kind stammt." Ungeachtet dessen habe die Frau "Unterstützungswünsche" an ihn geäußert, denen er "hin und wieder" nachgekommen sei. Platzeck habe er erstmals im August dieses Jahres "über diese Sache" informiert.

Speer verwahrte sich zugleich gegen den Vorwurf, er habe 2001 seine Ex-Geliebte bei deren Verbeamtung protegiert. "Das weise ich entschieden zurück." Die Beziehung mit der Frau sei bereits 1997 zu Ende gewesen.

© dapd/jobr/mikö
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