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AfD-Vorstandswahlen:Petry gewinnt Machtkampf gegen Lucke

Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD)

Kann mit dem Ergebnis zufrieden sein: Frauke Petry

(Foto: dpa)
  • Mit 60 Prozent auf dem Essener AfD-Parteitag hat sich Frauke Petry bei den Vorstandswahlen gegen Parteigründer Bernd Lucke durchgesetzt.
  • Zum Zweiten Vorsitzenden wurde Jörg Meuthen gewählt. Für diesen Posten ließ sich Lucke gar nicht erst aufstellen.
  • Er war bei seiner Bewerbungsrede von Anhängern Petrys ausgebuht worden.

Petry wird neue erste Vorsitzende

Frauke Petry ist die neue erste Vorsitzende der Alternative für Deutschland. Die bisherige Co-Vorsitzende setzte sich am Samstag in Essen gegen AfD-Mitbegründer Bernd Lucke mit 60 Prozent der Stimmen durch. Damit wird die sächsische Landesvorsitzende am Jahresende laut Satzung automatisch alleinige AfD-Vorsitzende. Der Volkswirtschafts-Professor Jörg Meuthen wird Zweiter Vorsitzender. Der Bundesparteitag wählte den stellvertretenden baden-württembergischen Landesvorsitzenden mit 62 Prozent der Stimmen in den Bundesvorstand. Vor der Wahl hatte Lucke bereits erklärt, sich nicht auf den Posten des zweiten Parteivorsitzenden bewerben zu wollen.

In der Bewerbungsrede Luckes kam es zu Tumulten unter den rund 3500 Mitgliedern des Parteitags. Insbesondere als sich Lucke gegen eine pauschale Verurteilung des Islams wandte, wurde er ausgebuht und niedergeschrien. Er hatte vor dem Parteitag erklärt, im Falle einer Niederlage müsse der von ihm initiierte Verein "Weckruf 2015" über das weitere Vorgehen beraten. Luckes Gegner hatten das als Drohung einer Abspaltung verstanden.

Zukunft Luckes ungewiss

Petry gab sich nach ihrem Triumph versöhnlich. "Wir sind und bleiben gemeinsam die Alternative für Deutschland", sagte sie. Zahlreiche Anhänger von Parteigründer Bernd Lucke hatten allerdings vor der Abstimmung angekündigt, sie wollten die Partei verlassen, falls Petry die Führung übernehmen sollte.

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Lucke sagte nach der Abstimmung, dass er noch nicht entschieden habe, welche Konsequenzen er ziehe. Darüber wolle er sich mit dem "Weckruf" beraten. Er schloss einen Austritt aus der Partei nicht aus und äußerte sich enttäuscht über seine Partei, die er nicht wieder erkenne. Auch eine Abspaltung des "Weckrufs" und eine mögliche Neugründung einer Partei ließ er offen.

Petry steht für den nationalkonservativen Flügel der Partei. Sie hält Lucke und dessen wirtschaftsliberalen Flügel im Kern eine thematische Verengung auf die Ablehnung der Euro-Rettungspolitik vor. Lucke wirft seinen Gegnern wiederum vor, die AfD nicht gegen das rechte Spektrum abzugrenzen.