bedeckt München 23°
vgwortpixel

Anschlag von Münster:Beatrix von Storch nennt umstrittenen Tweet einen "Fehler"

AfD-Politikerin Beatrix von Storch im Deutschen Bundestag.

Beatrix von Storch (AfD) im Deutschen Bundestag mit ihrem Smartphone.

(Foto: dpa)

Die AfD-Politikerin entschuldigt sich für ihre Äußerungen unmittelbar nach der Amokfahrt in Münster. Sie hatte die Tat unbegründet mit der Flüchtlingskrise in einen Zusammenhang gebracht.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch hat sich von ihrem umstrittenen Twitter-Beitrag nach der Amokfahrt von Münster distanziert. "Ich habe mit meinem Tweet zu Münster einen Fehler gemacht und das tut mir leid", schrieb von Storch am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite. "Wie Millionen andere Deutsche" sei sie davon ausgegangen, "dass es sich um einen islamistischen Anschlag gehandelt hat". Es sei aber falsch gewesen, davon auszugehen, "dass eine dieser Zeitbomben hochgegangen" sei, als die Lage noch nicht klar gewesen war.

Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag hatte unmittelbar nach den ersten Meldungen über die Amokfahrt in Münster bei Twitter nahegelegt, ein Flüchtling sei für die Tat verantwortlich. Später legte sie nach, der Täter sei ein "Nachahmer" islamistischer Gewalttäter.

Von Storch ist in der Vergangenheit wiederholt durch umstrittene Tweets aufgefallen. Für ihren Beitrag zu Münster war sie parteiübergreifend kritisiert worden, auch vom AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen.

Der Amokfahrer Jens R. hatte am Samstag einen Campingbus in eine Menschengruppe vor einer Gaststätte in Münster gesteuert. Nach der Todesfahrt erschoss sich der 48-jährige Deutsche in dem Fahrzeug. Nach Erkenntnissen der Ermittler handelte der Täter eindeutig in Suizidabsicht. Er hatte keinerlei islamistischen Hintergrund.

Anmerkung der Redaktion

In der Regel berichtet die SZ nicht über ethnische, religiöse oder nationale Zugehörigkeiten mutmaßlicher Straftäter. Wir weichen nur bei begründetem öffentlichen Interesse von dieser im Pressekodex vereinbarten Linie ab. Das kann bei außergewöhnlichen Straftaten wie Terroranschlägen oder Kapitalverbrechen der Fall sein oder bei Straftaten, die aus einer größeren Gruppe heraus begangen werden (wie Silvester 2015 in Köln). Ein öffentliches Interesse besteht auch bei Fahndungsaufrufen oder wenn die Biografie einer verdächtigen Person für die Straftat von Bedeutung ist. Wir entscheiden das im Einzelfall und sind grundsätzlich zurückhaltend, um keine Vorurteile gegenüber Minderheiten zu schüren.

Kriminalität Ob Jens oder Ali mordet

Anschlag in Münster

Ob Jens oder Ali mordet

Für die Opfer ist es egal, wer bei der Attacke in Münster am Steuer des Wagens saß - für die innenpolitische Debatte aber ist es essentiell. Leider.   Kommentar von Detlef Esslinger