Parteiaustritt:Uwe Junge verlässt die AfD

Uwe Junge

Uwe Junge verlässt die AfD

(Foto: Andreas Arnold/dpa)

Der ehemalige Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag verabschiedet sich aus der Partei. Der Grund? Das Verhalten des Ehrenvorsitzenden Gauland.

Der ehemalige Fraktionschef der AfD im rheinland-pfälzischen Landtag, Uwe Junge, hat seinen Austritt aus der Partei bekanntgegeben und dies auch mit dem Verhalten des Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland begründet. Gauland habe lange seine schützende Hand über den "völlig überschätzten" Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und andere Protagonisten des Rechtsaußen-Flügels der Partei gehalten, schrieb Junge auf Facebook. Damit habe er dem Ansehen der Partei Schaden zugefügt.

Junge, der bei der zurückliegenden Landtagswahl nicht mehr angetreten war, beklagte zudem eine "negative Veränderung der Mitgliederstruktur". Eine Umkehr der Entwicklung sei nicht mehr möglich, weil vernünftige und gebildete Menschen schon bei dem ersten Besuch einer Veranstaltung der AfD "von der überreizten Stimmung, gepaart mit wilden Verschwörungstheorien und teilweise unflätigem Benehmen abgeschreckt werden, während sich der blökende Stammtischprolet wie zu Hause fühlt".

Junge hatte im vergangenen Juni auch in der eigenen Partei Kritik auf sich gezogen, als er die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer auf Twitter als "Schwuchtelbinde" bezeichnet hatte. Später löschte er den Tweet und entschuldigte sich für den Begriff. Er werde bei der nächsten Bundestagswahl die Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR) wählen, schrieb Junge.

Seit ihrer Gründung 2013 prägt die AfD eine anhaltende Serie von Abspaltungen und Teilungen, sowohl im Bundestag als auch in den Länderparlamenten. Es ist eher ungewöhnlich, wenn eine Fraktion längere Zeit ohne größere Abspaltung überlebt. Die Fraktion in Baden-Württemberg etwa bestand zu Beginn der Legislatur aus 23 Abgeordneten, am Ende nur noch aus 15. Zumindest Teile wollten den Antisemiten Wolfgang Gideon nicht dulden. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen hat die AfD nach Austritten und Spaltungen sogar jeweils ihren Status als Fraktion verloren.

Eine detaillierte Analyse der Austritte von Abgeordneten und den Auswirkungen auf die Partei finden Sie hier: AfD - Partei der vielen Brüche.

© SZ/dpa/jsc/segi/pamu
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