Scheidender Parteichef:Meuthen fordert Austausch der gesamten AfD-Spitze

Lesezeit: 1 min

Meuthen will nicht mehr für AfD-Vorsitz kandidieren

Jörg Meuthen will nicht wieder als AfD-Vorsitzender kandidieren und wünscht sich das auch für die restliche Parteispitze.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Der Vorsitzende tritt beim Parteitag im Dezember nicht mehr an und würde sich das "auch von anderen Vorstandsmitgliedern wünschen". Zudem verlangt er eine programmatische Erneuerung.

Der scheidende AfD-Chef Jörg Meuthen geht erneut auf Konfrontationskurs zum restlichen Teil der Parteispitze und fordert deren Austausch. "Die bisherigen Bundessprecher und Stellvertreter sollten in der AfD Platz machen für ganz neue Leute", sagte er der Welt am Sonntag. Wenn man sich die Geschichte der Partei anschaue, "findet man immer die gleichen Gesichter".

Meuthen will bei der Neuwahl der Parteiführung beim Parteitag im Dezember nicht mehr antreten, wie er schon angekündigt hat. "Ich würde mir das auch von anderen Vorstandsmitgliedern wünschen", sagte er der Zeitung. In den vergangenen Monaten hatten sich Meuthen und andere führende AfD-Politiker wie Co-Parteichef Tino Chrupalla und die stellvertretende Vorsitzende Alice Weidel immer wieder öffentlich gestritten und mit Vorwürfen überzogen.

Meuthen befürchtet selbsterfüllende Prophezeiung

Meuthen verlangte auch eine programmatische Erneuerung der AfD. "Wir haben unentschiedene Fragen von fundamentaler Bedeutung", sagte er. So stehe etwa im AfD-Grundsatzprogramm, ein Austritt Deutschlands aus der EU sei nur die Ultima Ratio. Aber im Bundestagswahlprogramm werde der "Dexit" gefordert. "Da zum Beispiel hätte ich gern eine Klärung, wo die Partei in dieser Frage steht."

Sollte das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als Verdachtsfall einstufen, wäre das aus Meuthens Sicht "eine durchaus ernste Gefährdung für die Partei". Dies könnte vor allem bürgerlich-freiheitlich ausgerichtete Mitglieder zum Austritt bewegen. "Und das könnte in der AfD eine Entwicklung in Gang setzen, bei der die Verdachtsfalleinstufung dann zur selbsterfüllenden Prophezeiung würde."

Zur SZ-Startseite
Fraktionssitzungen im Bundestag

SZ PlusBundestag
:Wie radikal ist die neue AfD-Fraktion?

Unter die bekannten Scharfmacher haben sich seit der Bundestagswahl einige neue gemischt. Forscher fürchten einen weiteren Stresstest für das Parlament.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB