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AfD im Europawahlkampf:Euro-Kritiker greift Lucke scharf an

In seiner Abgrenzung zum Rechtspopulismus ist Lucke bislang sehr deutlich, einer möglichen Zusammenarbeit mit der Fraktion der Europaskeptiker im europäischen Parlament hat er bislang eine Absage erteilt. Doch diesbezüglich gärt es an der Basis.

Im Rahmen des Kommunalwahlkampfes richteten Münchner AfD-Kandidaten für den Stadtrat eine Veranstaltung mit prominenten Rednern des Rechtsaußen-Spektrums aus: Im Hofbräukeller trat der Staatsrechtler und Euro-Kritiker Karl Albrecht Schachtschneider auf. Der habe mit seinen Äußerungen "nationalkonservative bis offen rechte Positionen schon mehr als einmal deutlich überschritten", sagt Rechtspopulismus-Experte Häusler. Seine Zustandsbeschreibungen der nationalen Parlamente sowie des Europaparlaments seien "wirklichkeitsverzerrend und offen rechts".

Bei der Veranstaltung in München ging der AfD-Unterstützer Schachtschneider mit der Parteiführung hart ins Gericht: Wenn diese "zu zart" für ein Bündnis mit den Rechtspopulisten im Europaparlament sei, dann müsse man sie eben austauschen. Beifall erhielt er dafür von Ewald Stadler, einem ehemaligen FPÖ-Politiker, bekannt geworden als "Haiders Dobermann", der ebenfalls als Redner auftrat. Er hat mit den Reformkonservativen seine eigene Partei gegründet und sitzt als fraktionsloser Abgeordneter im Europäischen Parlament. Begrüßt wurde auch der Geschäftsführer der europaskeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und Demokratie" im Europäischen Parlament, zu der die britischen Rechtspopulisten von der Ukip gehören.

Von der AfD folgt erneut: ein Dementi. Der Sprecher tut die Veranstaltung als Meinung einzelner Privatpersonen ab, keinesfalls sei dies offizielle Parteilinie. Es gebe keine Kontakte zur Ukip. Man würde sich eher in Richtung der britischen Tories orientieren.