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AfD:Auch in der AfD engagieren sich inzwischen jüdische Deutsche

Demonstrative Nähe zu Juden und Israel zu betonen, sich gar zur Schutzmacht zu erklären - all das gehört ins feste Repertoire von Europas Rechtsaußen-Parteien. Bis vor wenigen Jahren war das anders: Immer wieder drangen aus Parteien wie dem FN oder FPÖ antisemitische Äußerungen an die Öffentlichkeit. Le Pens Vater Jean-Marie verharmloste immer wieder den Holocaust. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war in jungen Jahren fest in der Neonazi-Szene aktiv; die "Juden-Sager" des Politikers Strache sind berüchtigt. Früher machte er im Wahlkampf Stimmung gegen einen angeblichen EU-Beitritt Israels und veröffentlichte eine antisemitische Karikatur.

Das hat sich geändert: Gehässigkeiten gegen Muslime befördern Le Pen und Strache weiterhin, Gehässigkeiten gegen Juden strafen sie rigoros ab. Le Pen warf ihren Vater aus der Partei, die FPÖ verfuhr ähnlich mit einer Parteifreundin, die sich bei Facebook antisemitisch äußerte.

In Frankreich wie in Österreich zeigt sich, dass die Strategie des Anbiederns mittelfristig einen gewissen Erfolg hat. Angesichts des Antisemitismus unter Muslimen, sollen etwa 13 Prozent der jüdischen Franzosen für den FN gestimmt haben. In Österreich hat Strache inzwischen Österreicher mit jüdischen Wurzeln in die Partei geholt und zu Posten verholfen, Strache und sein Vize Norbert Hofer besuchten demonstrativ Israel.

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Auch in der AfD engagieren sich inzwischen jüdische Deutsche und es könnten mehr werden. Die Rechtspopulisten werben in jüdischen Altenheimen, auch russischstämmige Juden sollen gezielt umworben werden. Tatsächlich haben auch viele jüdische Menschen Angst vor Judenfeindlichkeit unter Muslimen. Es ist wohl kein Zufall, dass Petry ihre Avancen startete, kurz nachdem ein jüdischer Jugendlicher in einer Berliner Schule gemobbt worden war und dann von seinen Eltern von der Schule genommen wurde.

Allerdings ist es nicht gewiss, inwieweit die Der-Feind-deines-Feindes-ist-dein-Freund-Masche der AfD in der Bundesrepublik tatsächlich verfängt. Warum sollten jüdische Bürger eine Partei wählen, in der sich Funktionäre und Mandatsträger immer wieder antisemitisch äußern ohne ihre Mitgliedschaft zu verlieren? Solange der völkisch-nationalistische Flügel eines Alexander Gauland und Björn Höcke Macht hat, dürfte die AfD bei deutschen Juden kaum punkten.

Auch Frauke Petry wird daran nichts ändern. Es wäre nicht ihr erster Rückschlag in der Sache. Die angeschlagene AfD-Vorsitzende ist nach FPÖ-Vorbild 2016 nach Israel gereist, um einen Vortrag zu halten. Doch als die Gastgeber erfuhren, wer Petry ist, wurde die Veranstaltung abgesagt. "Petry lässt kaschern", titelte damals die Jüdische Allgemeine Zeitung: Die AfD-Chefin wollte sich koscher erklären lassen - erfolglos.

© SZ.de/dayk
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