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AfD:Auf Crashkurs

Die Partei ist gespalten, ihre Probleme werden täglich größer.

Von Markus Balser

Dass ausgerechnet in der Partei, die sich Alternative für Deutschland (AfD) nennt, mit Intrigen um Macht gerungen wird, ist nicht neu. Doch das Hauen und Stechen, das sich in diesen Tagen in Deutschlands größter Oppositionspartei abspielt, ist ohne Beispiel. Da gibt es Vorstände, die nicht mehr miteinander reden. Da lähmt sich eine völlig zerstrittene Doppelspitze. Und da sind zwei politische Strömungen, die sich kaum mehr wünschen, als dem politischen Gegner in den eigenen Reihen zu schaden.

Der Bundeskonvent der Partei am Wochenende machte klar: Der von Parteichef Jörg Meuthen forcierte Rauswurf von Andreas Kalbitz aus der AfD hat eine zutiefst gespaltene Partei hinterlassen. Dass Kalbitz sich vorerst erfolgreich in die AfD zurückgeklagt hat, verschärft die Probleme noch. Das gemäßigte rechte Lager und die Anhänger des als rechtsradikal eingestuften und inzwischen aufgelösten "Flügels" gehen mit immer härteren Bandagen aufeinander los.

Für Meuthen ist die Abwehr kritischer Anträge auf dem Konvent kaum mehr als ein kleiner Etappensieg. Die Unterstützung der Delegierten für seinen Kurs gegen den "Flügel" fiel denkbar knapp aus. Noch ist völlig offen, in welche Richtung sich die AfD entwickeln wird. In die, die Meuthen derzeit vorgibt - oder in eine ohne ihn.

© SZ vom 22.06.2020

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