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AfD:Alice Weidel tritt als Spitzenkandidatin an

Weidel will mit Chrupalla AfD Spitzenteam bilden

Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD, und Tino Chrupalla, damals AfD-Bundessprecher, beim Bundesparteitag im April.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Die Fraktionsvorsitzende der AfD will mit Parteichef Chrupalla in den Bundestagswahlkampf ziehen. Beide sind bei der Basis beliebt, stehen jedoch für einen äußerst rechten Kurs.

Von Markus Balser und Jens Schneider, Berlin

Kurz vor Ablauf der parteiinternen Frist hat die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel angekündigt, dass sie in einem Team mit dem Parteivorsitzenden Tino Chrupalla die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl anstrebt. Weidel und Chrupalla müssen sich parteiintern allerdings noch in einer Mitgliederbefragung durchsetzen. Diese Entscheidung der Basis dürfte auch ein Zeichen im Richtungsstreit der Partei setzen.

Weidel und Chrupalla haben sich in der AfD-Führung gegen den etwas gemäßigteren Kurs von Jörg Meuthen positioniert, der gemeinsam mit Chrupalla die AfD als Vorsitzender führt. Ihr Team dürfte auf die Unterstützung des äußerst rechten Lagers um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke rechnen können.

Vom Meuthen-Lager wird ein konkurrierendes Duo unterstützt. Die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar aus Hessen und der pensionierte Generalleutnant der Bundeswehr Joachim Wundrak aus Niedersachsen haben zu Beginn dieser Woche ihre Bewerbung eingereicht. Um einen Ausgleich zwischen den Flügeln zu finden, hatte Joana Cotar zuvor Chrupalla eine gemeinsame Kandidatur im Team angeboten. Auch Meuthen unterstützte diesen Vorschlag, den Chrupalla letztlich aber ablehnte. Meuthen und Chrupalla stehen als Vorsitzende beide an der Spitze der Partei, haben sich aber über den Kurs der AfD entzweit.

Im Umfeld des Vorsitzenden Meuthen räumt man seinem Ko-Vorsitzenden und Widersacher in der Spitze im Team mit Alice Weidel große Chancen ein. Bei der Abstimmung an der Basis hätte das Duo schon wegen seiner Bekanntheit gute Karten. Der aus Sachsen stammende Chrupalla gilt schon länger als quasi gesetzter Kandidat, Weidel führt die Bundestagsfraktion seit 2017, gemeinsam mit dem 80-jährigen Alexander Gauland. Im für AfD-Verhältnisse gemäßigten Lager sieht man eine mögliche Entscheidung für das Duo Chrupalla/Weidel auch mit Sorge, weil damit beide Spitzenkandidaten der AfD für einen äußerst rechten Kurs der Partei stehen würden.

Zudem wird eine Konfrontation zwischen den Parteiströmungen erwartet, die die AfD weiter spalten könnte. Für Meuthen könnte das zum Problem werden. Denn während er im Vorstand der AfD für seine Anliegen meist eine satte Mehrheit hat, könnte die Basis seinen Kandidaten und damit seinem Flügel eine empfindliche Niederlage bescheren.

© SZ/stad
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