ArbeitsmigrationWie Äthiopierinnen in Nahost ausgebeutet werden

Lesezeit: 4 Min.

Eine Migrantin aus Afrika wäscht in Libanon Wäsche. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter werden in arabischen Ländern entrechtet.
Eine Migrantin aus Afrika wäscht in Libanon Wäsche. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter werden in arabischen Ländern entrechtet. IMAGO/Adri Salido

Sie schuften ohne Ende, werden eingesperrt und beschimpft: Im Kafala-System sind ausländische Hilfskräfte ihren Arbeitgebern völlig ausgeliefert. Dennoch will Äthiopiens Regierung noch mehr Frauen in arabische Länder schicken.

Von Katrin Albrecht, Addis Abeba

SZ bei Google bevorzugen

Hana Kebede war 16 Jahre alt, als sie ihr Heimatland Äthiopien das erste Mal verließ. Für einen Job als Haushaltshilfe ging sie nach Jemen, lebte dort zwei Jahre in einer Familie. In einer kleinen Abstellkammer, „zwischen all dem, was die Familie nicht mehr brauchte“, wie die inzwischen 28-Jährige bei einer Begegnung in der Hauptstadt Addis Abeba erzählt. Sie musste damals nicht nur kochen und putzen, sondern auch die Windeln des pflegebedürftigen Familienvaters wechseln. „Die Arbeit hörte nie auf. Auch wenn ich alles erledigt hatte, haben sie mich zum Haus der Großmutter gebracht, und ich musste dort ohne Pause weiterarbeiten. Wenn die Familie ging, haben sie mich eingesperrt. Ich habe kaum geschlafen.“

Zur SZ-Startseite

Äthiopien
:„Wer die Regierung kritisiert, endet im Gefängnis – oder lebt in Angst, so wie ich“

In Äthiopien wird gewählt an diesem Montag, der Sieger steht längst fest: die Regierungspartei, die seit Jahren Opposition und unabhängige Medien drangsaliert. Mistresilasie Tamerat, 23 Jahre alt, fordert sie heraus. Warum tut sie sich das an?

SZ PlusVon Paul Munzinger

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: