Hana Kebede war 16 Jahre alt, als sie ihr Heimatland Äthiopien das erste Mal verließ. Für einen Job als Haushaltshilfe ging sie nach Jemen, lebte dort zwei Jahre in einer Familie. In einer kleinen Abstellkammer, „zwischen all dem, was die Familie nicht mehr brauchte“, wie die inzwischen 28-Jährige bei einer Begegnung in der Hauptstadt Addis Abeba erzählt. Sie musste damals nicht nur kochen und putzen, sondern auch die Windeln des pflegebedürftigen Familienvaters wechseln. „Die Arbeit hörte nie auf. Auch wenn ich alles erledigt hatte, haben sie mich zum Haus der Großmutter gebracht, und ich musste dort ohne Pause weiterarbeiten. Wenn die Familie ging, haben sie mich eingesperrt. Ich habe kaum geschlafen.“
ArbeitsmigrationWie Äthiopierinnen in Nahost ausgebeutet werden
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Sie schuften ohne Ende, werden eingesperrt und beschimpft: Im Kafala-System sind ausländische Hilfskräfte ihren Arbeitgebern völlig ausgeliefert. Dennoch will Äthiopiens Regierung noch mehr Frauen in arabische Länder schicken.
Von Katrin Albrecht, Addis Abeba
