Ägyptens Ex-Staatschef Gericht stellt Verfahren gegen Mubarak ein

  • Der Prozess gegen Ägyptens Ex-Staatschef Hosni Mubarak ist eingestellt worden.
  • Mubarak war vorgeworfen worden, am Tod von 800 Menschen während der Demonstrationen im Frühjahr 2011 schuld zu sein.
  • Auch weitere Angeklagte, darunter zwei Söhne Mubaraks, wurden nicht verurteilt.

Das Urteil

Ein Strafgericht in Kairo hat den Prozess gegen Ägyptens Ex-Langzeitherrscher Hosni Mubarak eingestellt. Damit wird es wegen der Vorwürfe, Mubarak sei schuld am Tod von mehr als 800 Demonstranten im Frühjahr 2011 gewesen, kein Urteil gegen den 86-Jährigen geben. Zugleich sprach ihn das Gericht am Samstag vom Vorwurf frei, Staatsgelder veruntreut zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.

Ebenfalls freigesprochen wurden der frühere Innenminister Habib al-Adli, Mubaraks Söhne Gamal und Alaa sowie weitere Angeklagte. Nach dem Urteil brach im Gerichtssaal Jubel aus.

Mubarak war am Morgen mit einem Hubschrauber von einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt zu dem Verhandlungssaal geflogen worden. Er verfolgte die Urteilsverkündung im vergitterten Bereich für die Angeklagten, seine Augen waren wie stets hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen.

Weitere Vorwürfe

Neben der Beihilfe zu hundertfachem Mord war der Ex-Staatschef wegen Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder angeklagt. Auch von diesen Vorwürfen wurde er freigesprochen. Eine frühere Verurteilung Mubaraks zu lebenslanger Haft war wegen Verfahrensfehlern aufgehoben worden.

DIe Vorgeschichte

Mubarak war nach drei Jahrzehnten an der Macht im Februar 2011 nach einer wochenlangen Revolte gestürzt worden. Sein Nachfolger, der aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Mohammed Mursi, Ägyptens erster demokratisch gewählter Staatschef, wurde im Juli vergangenen Jahres vom Militär gestürzt.

Mubarak verbüßt derzeit eine dreijährige Haftstrafe wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder.